Monitoring & Daten

Evaluation der Influenza-Impfquoten bei Senioren und weiteren Risikogruppen

Eine Aufgabe der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen (NaLI) ist die Erfolgskontrolle der Impfziele im Nationen Impfplan. Daher überprüft die NaLI-Geschäftsstelle regelmäßig die verfügbare Evidenz bzgl. einzelner Impfziele, wie zum Beispiel der Steigerung der Influenza-Impfquoten auf 75% bei Senioren und Risikogruppen.

Basis für die Evaluation waren Daten zu Influenza-Impfquoten bei über 60-Jährigen (KV-Impfsurveillance), schwangeren Frauen (Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi). Versorgungsatlas) und Klinikpersonal (OKaPII-Studie).

Die Ergebnisse wurden in Form eines Posterbeitrags im Rahmen des „69. Wissenschaftlichen Kongresses der Bundesverbände der Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes vom 04. – 06.04.2019 in Kassel“ von der NaLI-Geschäftsstelle vorgestellt:

Erhöhung der Influenza-Impfquoten dringend notwendig – Impfquotenziel von 75% bei Senioren und Risikogruppen im Nationalen Impfplan weiterhin nicht erreicht

Hintergrund – Die saisonale Influenza („echte“ Grippe) löst jährlich im Winterhalbjahr eine Grippewelle in unterschiedlichem Ausmaß aus und führt regelmäßig zu einer erheblichen Anzahl von Arztbesuchen, Krankenhauseinweisungen und Todesfällen. Die jährliche Grippeimpfung ist besonders für Risikogruppen empfohlen und die wichtigste Präventionsmaßnahme überhaupt. Dabei unterscheidet sich die Wirksamkeit je nach Influenzavirustyp, Alter des Impflings und verwendetem Impfstoff. Mit der bevorzugten Verwendung eines Vierfachimpfsstoffs (aktuelle STIKO-Empfehlung) ist künftig auch mit einer höheren Wirksamkeit der Impfung zu rechnen.
Das von der EU ausgegebene Ziel, die Influenza-Impfquoten auf über 75% zu steigern, wurde auch in Deutschland angenommen und im Nationalen Impfplan (NIP) verankert. Zentrale Aufgabe der Nationalen Lenkungsgruppe Impfen (NaLI) ist die Umsetzung, Erfolgskontrolle und Fortschreibung des NIP. Die Geschäftsstelle der NaLI prüft daher regelmäßig die verfügbare Evidenz bzgl. der einzelnen Impfziele im NIP.

Methodik – Zur Bewertung der aktuellen Situation der Grippeimpfung in Deutschland wurden die vorhandenen Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV-Impfsurveillance und Versorgungsatlas) und die Online-Befragung von Krankenhauspersonal zur Influenza-Impfung (OkaPII) sowie Meldedaten gemäß IfSG (Survstat@RKI) bewertet.

Ergebnisse – Bei der Auswertung der vorliegenden Daten zeigte sich, dass die Influenza-Impfquoten bei Risikogruppen deutlich unter der EU-Zielvorgabe lagen. Zum Beispiel lag die Impfquote der über 60-Jährigen in der Saison 2016/17 nur bei durchschnittlich 34,8%. Regional gab es deutliche Unterschiede. Die Impfquoten in den neuen Bundesländern waren mit 50,9% deutlich höher als in den alten Bundesländern, in denen sie bei 29,8% lag. Insgesamt wurden in keinem Bundesland die angestrebten 75% erreicht. Zudem zeigen Daten der vergangenen Jahre, dass die Impfbereitschaft bei über 60-Jährigen sogar rückläufig ist. Bei einer weiteren Zielgruppe, dem Klinikpersonal mit Kontakt zu Patienten, lag die Influenza-Impfquote auf einem ähnlich niedrigen Niveau von 42%. Zwar waren mit 61% relativ viele der behandelnden Ärzte/innen geimpft, jedoch gerade einmal 33% des Patienten betreuenden Pflegepersonals.

Fazit – Die Impfquoten in Deutschland sind noch weit von der sowohl von der EU wie auch im NIP geforderten Marke von 75% für die Grippeimpfung entfernt. Besonders verdeutlichen die aktuellen Daten eine noch nicht ausreichende Akzeptanz der Impfung bei besonderen Zielgruppen wie dem med. Personal. Daher setzen sich die Mitglieder der NaLI bereits in vielfältiger Weise für eine Erhöhung der Impfquoten ein. Aktuell weist die NaLI in einem Schreiben an die Krankenhausleiter auf die wichtige Erhöhung des Impfschutzes beim Personal hin. Ziel ist es, gemeinsam Maßnahmen zu ergreifen, die die Bereitschaft der Bevölkerung sich gegen die Grippe zu impfen erhöht.

>> NaLI-Poster zu Influenza-Impfquoten

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