Monitoring & Daten

Impfquoten bei Säuglingen und Kleinkindern

Seit dem Jahr 2014 führt das Robert Koch-Institut (RKI) in Kooperation mit den Kassenärztlichen Vereinigungen die „KV-Impfsurveillance“ für ein bundesweites Monitoring von Impfquoten u.a. bei Kleinkindern durch. Dies umfasst ambulante Abrechnungsdaten der gesetzlich Krankenversicherten – die mit ca. 85% einen Großteil der Bevölkerung in Deutschland darstellen. Jedoch schließt die KV-Impfsurveillance z.B. keine Daten zu Impfungen von privat versicherten Patienten und Impfungen ein, die durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst durchgeführt werden.

Die erhobenen Impfquoten werden jährlich zu ausgewählten Impfungen im Epidemiologischen Bulletin durch das RKI veröffentlicht.

Impfquoten der Rotavirus-, Pneumokokken-, Masern- und Polio-Impfung aus Analysen von Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen

Impfquoten in %. Rotavirus-Impfung: Geburtsjahrgang 2015 mit 32 Wochen, n = 467.585; Pneumokokken-Impfung bis 24 Monate, Geburtsjahrgang 2013, n = 394.925 (Stand: Dezember 2017).

* Für Berlin, Hamburg und Sachsen ist bezüglich der Rotavirus-Impfung eine Prüfung entspr. Abrechnungsziffer auf „vollständig geimpft“ bei Erhalt von 2 Dosen nicht in allen Fällen (Hamburg und Sachsen) bzw. gar nicht (Berlin) möglich. Daher unterliegen diese Impfquoten möglicherweise einer geringen Überschätzung.
** Für Hessen kann keine Rotavirus-Impfquote berechnet werden (verspätete Einführung eindeutiger Abrechnungsziffern für die Rotavirus-Impfung).
*** In Sachsen wird die zweite Masern-Impfung erst ab dem fünften Lebensjahr empfohlen.

BW: Baden-Württemberg; BY: Bayern; BE: Berlin; BB: Brandenburg; HB: Bremen; HH: Hamburg; HE: Hessen; MV: Mecklenburg-Vorpommern; NI: Niedersachsen; NW: Nordrhein-Westfalen; RP: Rheinland-Pfalz; SL: Saarland; SN: Sachsen; ST: Sachsen-Anhalt; SH: Schleswig-Holstein; TH: Thüringen; D: Deutschland; ABL: Alte Bundesländer; NBL: Neue Bundesländer

Quelle: Rieck T, Feig M, Siedler A, Wichmann O: Aktuelles aus der KV-Impfsurveillance – Impfquoten ausgewählter Schutzimpfungen in Deutschland. Epid. Bull. 2018;1:1–14 | DOI 10.17886/EpiBull-2018-001.3

Bei vielen Krankheiten spielt jedoch nicht nur die Höhe der erreichten Impfquoten eine große Rolle, sondern auch der Zeitpunkt, zu dem der Impfschutz erreicht wird. So sind Kinder in den ersten Lebensjahren besonders gefährdet, Komplikationen im Rahmen einer Maserninfektion zu erleiden.

Die zeitgerechte Inanspruchnahme der 1. und 2. Masernimpfung muss verbessert werden.

Zur Unterbrechung von Infektionsketten müssen z.B. mindestens 95% der Bevölkerung in allen Altersgruppen eine Immunität gegen Masern besitzen. Zum Erreichen dieses Ziels trägt eine zeitgerechte Impfung gegen Masern bei allen Kindern bis zum Alter von maximal 15 Monaten (1. Dosis) bzw. 24 Monaten (2. Dosis) wesentlich bei.

Aktuell werden die Vorgaben der WHO zur Elimination von Masern in Deutschland noch nicht erfüllt, da die geforderte 95%-Impfquote für die 1. Dosis erst zu spät erreicht wird und die Impfquoten bei der 2. Masern-Impfung bundesweit noch deutlich unter 95% liegen.

Impfquoten der 1. Masernimpfung mit 15 und 24 Monaten im Geburtsjahrgang 2014

Quelle: www.vacmap.de (abgerufen am 11.04.2019)

Impfquoten der 2. Masernimpfung mit 24 Monaten im Geburtsjahrgang 2014 und mit 72 Monaten im Geburtsjahrgang 2010

Quelle: www.vacmap.de (abgerufen am 11.04.2019)

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