Monitoring & Daten

Impfquoten bei Säuglingen und Kleinkindern

Seit dem Jahr 2004 stellen alle Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) dem Robert Koch-Institut (RKI) pseudonymisierte Daten zu den abgerechneten Impfleistungen zur Verfügung. Dies umfasst ambulante Abrechnungsdaten der gesetzlich Krankenversicherten – die mit ca. 85% einen Großteil der Bevölkerung in Deutschland darstellen. Jedoch schließt die KV-Impfsurveillance z.B. keine Daten zu Impfungen von privat versicherten Patienten und Impfungen ein, die durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst durchgeführt werden.

Die erhobenen Impfquoten werden jährlich zu ausgewählten Impfungen im Epidemiologischen Bulletin durch das RKI veröffentlicht.

Impfquoten zu ausgewählten Impfungen gegen Rotaviren, Pneumokokken, Meningokokken C, Masern und Varizellen aus Analysen von Abrechnungsdaten der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen

* Für die KV-Regionen Hessen und Westfalen-Lippe lagen keine validierten Abrechnungsdaten zur Auswertung vor.
** In Sachsen wird für die zweite Masern-, Mumps-, Röteln- und Varizellen-Impfung ein höheres Impfalter empfohlen. Deshalb wurden bei den auf Bundesebene zusammengefassten Daten (D ges.) für das Alter von 24 und 36 Monaten die Werte der 2. Masern- und Varizellen-Impfung aus Sachsen nicht berücksichtigt.

BW: Baden-Württemberg; BY: Bayern; BE: Berlin; BB: Brandenburg; HB: Bremen; HH: Hamburg; HE: Hessen; MV: Mecklenburg-Vorpommern; NI: Niedersachsen; NW: Nordrhein-Westfalen; RP: Rheinland-Pfalz; SL: Saarland; SN: Sachsen; ST: Sachsen-Anhalt; SH: Schleswig-Holstein; TH: Thüringen; D ges.: Deutschland

Quelle: Robert Koch-Institut: Impfquoten von Kinderschutzimpfungen in Deutschland – aktuelle Ergebnisse aus der RKI-Impfsurveillance. Epid Bull 32/33 2020: 9-27   

Impfquoten zu weiteren Impfungen im Säuglings- und Kleinkindalter finden Sie im Epidemiologischen Bulletin 32/33 2020 des RKI (inkl. entsprechendem Datenanhang).

Für die Rotavirus- und Masern-Impfung können zudem kreisbezogenen Durchimpfungsraten verschiedener Geburtsjahrgänge über das Online-Tool "VacMap" des RKI abgerufen werden.

 

Zeitgerechtes Impfen im Fokus

Bei vielen Krankheiten spielt nicht nur die Höhe der erreichten Impfquoten eine große Rolle, sondern insbesondere auch der Zeitpunkt, zu dem der Impfschutz erreicht wird. So sind Kinder in den ersten Lebensjahren besonders gefährdet, Komplikationen im Rahmen einer Maserninfektion zu erleiden.

Die zeitgerechte Inanspruchnahme der 1. und 2. Masernimpfung muss verbessert werden.

Zur Unterbrechung von Infektionsketten müssen z.B. mindestens 95% der Bevölkerung in allen Altersgruppen eine Immunität gegen Masern besitzen. Zum Erreichen dieses Ziels trägt eine zeitgerechte Impfung gegen Masern bei allen Kindern wesentlich bei. Die STIKO empfiehlt die 1. Impfdosis im Alter von 11 Monaten und die 2. Impfdosis im Alter von 15 Monaten.

Aktuell werden die Vorgaben der WHO zur Elimination von Masern in Deutschland noch nicht erfüllt, da die geforderte 95%-Impfquote für die 1. Dosis erst zu spät erreicht wird und die Impfquoten bei der 2. Masern-Impfung bundesweit noch deutlich unter 95% liegen (siehe nachfolgende Abbildungen sowie Impfquoten der Schuleingangsuntersuchungen).

Impfquoten der 1. Masernimpfung mit 15 und 24 Monaten im Geburtsjahrgang 2014

Quelle: www.vacmap.de (abgerufen am 10.02.2021)

 

Impfquoten der 2. Masernimpfung mit 24 Monaten im Geburtsjahrgang 2014 und mit 72 Monaten im Geburtsjahrgang 2010

Quelle: www.vacmap.de (abgerufen am 10.02.2021)

Letzte Aktualisierung: 12.08.2021

© Nationale Lenkungsgruppe Impfen