HPV - Medizinische Grundlagen und Präventionsmaßnahmen

Humane Papillomviren (HPV) sind eine Gruppe unbehüllter DNA-Viren, die Haut- und Schleimhautepithelien infizieren können. Bisher sind über 230 verschiedene HPV-Typen bekannt, die in fünf Genera unterteilt werden. Mukosale HPV des Genus Alpha werden zudem aufgrund ihres onkogenen Potenzials in Low-Risk- und High-Risk-Typen kategorisiert. Low-Risk-Typen wie HPV 6 und 11 verursachen in der Regel gutartige Veränderungen wie Genitalwarzen (Kondylome), während High-Risk-Typen wie HPV 16 und 18 mit der Entstehung von Krebserkrankungen assoziiert sind.

HPV-Infektionen sind weltweit verbreitet. Die meisten sexuell aktiven Menschen infizieren sich mehrmals im Leben mit einem oder mehreren HPV-Typ(en), oft schon kurz nach Beginn sexueller Aktivitäten. Die Infektionen verlaufen häufig asymptomatisch und heilen in der Regel innerhalb von ein bis zwei Jahren spontan aus. Persistierende Infektionen mit High-Risk-Typen können jedoch zu Zellveränderungen führen, die sich über Jahre oder Jahrzehnte zu Krebsvorstufen und schließlich zu Krebs entwickeln können. HPV-bedingte Karzinome treten im Genitalbereich (Zervix, Vagina, Vulva, Penis) sowie im Bereich von Anus und Oropharynx auf. Die Rolle von HPV bei der Entstehung dieser Tumoren ist allerdings unterschiedlich: Während das bei den Frauen dominierende Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) nahezu immer durch HPV verursacht wird, sind die anderen Tumoren zu einem unterschiedlichen Anteil auf HPV zurückzuführen (RKI-Ratgeber Humane Papillomviren).

Die effektivste Maßnahme gegen HPV-Infektionen ist die prophylaktische Impfung. HPV-Impfstoffe schützen immunkompetente HPV-naive Personen zu fast 100% vor einer Infektion mit den HPV-Typen, deren Antigene in den Impfstoffen enthalten sind (siehe Abschnitt Verfügbare Impfstoffe gegen HPV). Unter anderem aufgrund der wenigen verbleibenden, nicht von den Impfstoffen abgedeckten HPV-Typen, die Gebärmutterhalskrebs verursachen können, wird auch geimpften Frauen die Teilnahme am regelmäßigen Gebärmutterhalskrebs-Screening empfohlen. Das Screening ermöglicht ein frühzeitiges Erkennen von niedriggradigen Zellveränderungen und Krebsvorstufen. Seit Einführung des Pap-Abstrichs Anfang der 1970er Jahre sind sowohl die Inzidenz von als auch die Sterblichkeit an Gebärmutterhalskrebs in Deutschland auf etwa ein Viertel des Ausgangswertes gefallen (Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten, ZfKD) (RKI, ZfKD: Krebs in Deutschland 2019/2020; Barnes et al. 2016).

Für weiterführende Informationen zu Erreger, Vorkommen, Infektionsweg, Inkubationszeit, klinischer Symptomatik und Therapie verweisen wir auf den Ratgeber des Robert Koch-Instituts (RKI) zu HPV
(RKI-Ratgeber Humane Papillomviren). Weitere Informationen zu den Untersuchungsangeboten im Rahmen des gesetzlichen Gebärmutterhalskrebs-Screeningprogramms finden Sie auf der Website des Gemeinsamen Bundesauschusses (G-BA, Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs).

Letzte Aktualisierung: 28.11.2025