Impfen in Deutschland

Wer impft?

In Deutschland werden Impfungen in der Regel von niedergelassene Ärzten wie Hausärzten, Kinder- und Jugendärzten und Frauenärzten durchgeführt. Die Bundesärztekammer bestätigt, dass im Prinzip jeder Arzt nach Abschluss des Medizinstudiums impfen darf.

Jeder Arztbesuch ist daher auch eine Chance für die Überprüfung und Vervollständigung des eigenen Impfschutzes. Sinnvoll und wichtig ist es, seinen Impfausweis mitzunehmen und ihn auf fehlende Impfungen vom Arzt durchsehen zu lassen. Vor einer Impfung klärt der Arzt über die Erkrankung, vor welcher die Impfung schützt, und über die Impfung mit ihrer Wirkungsweise und möglichen Nebenwirkungen auf und klärt ab, ob eventuell seltene Kontraindikationen vorliegen. Die Impfung selbst kann auch durch erfahrenes und entsprechend ausgebildetes Praxispersonal erfolgen. Die Impfung wird anschließend im Impfausweis inklusive Chargennummer des Impfstoffes und Unterschrift des Arztes dokumentiert. Meist notiert auch der Arzt den Zeitpunkt für eine nächstfällige Auffrischimpfung im Impfausweis.

Übrigens können Eltern ihre Impflücken auch häufig beim Kinder- und Jugendarzt im Rahmen einer Impfung ihres Kindes schließen lassen. Die Mitnahme des eigenen Impfausweises ist daher auch zu diesem Anlass sinnvoll. Die Möglichkeit für dieses „fachübergreifende“ Impfen ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

    Betriebsärzte und Werksärzte bieten Arbeitnehmern im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge Impfungen an, wenn aufgrund der beruflichen Tätigkeit im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöhte Infektionsgefahr besteht. So ist z.B. für medizinisches Personal die Hepatitis B-Impfung empfohlen. Diese Impfungen werden vom Arbeitgeber bezahlt. Um das Schließen von Impflücken der Bevölkerung so leicht wie möglich zu machen, sollen nach dem Willen des Gesetzgebers künftig auch Betriebsärzte vor Ort weitere Impflücken auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen schließen können, also über den streng arbeitsmedizinisch notwendigen Bedarf hinaus. Entsprechende – von der NaLI befürwortete – Modell-Verträge (auf der Basis des Präventionsschutzgesetzes) werden aktuell geschlossen.

    Eine wichtige Rolle bei der Impfaufklärung und beim Impfangebot spielen auch die regionalen Gesundheitsämter. Viele Amtsärzte bieten kostenfreie Impfsprechstunden der Bevölkerung an. Sie führen zudem Impfbuchkontrollen im Rahmen der flächendeckenden Schuleingangsuntersuchungen sowie oft auch in weiteren Klassenstufen durch und begrenzen Ausbrüche von Infektionskrankheiten wie Masern mit raschen Maßnahmen und begleitenden Impfaktionen, bieten Impfungen bei Erstaufnahmeeinrichtungen für Asylbewerber an. Sie unterstützen die Impfaufklärung und koordinieren häufig landesspezifische Impfprogramme.

    Ein wichtiges Ziel der von Bund und Ländern getragenen Nationalen Lenkungsgruppe Impfen (NaLI), ist die Stärkung von niederschwelligen Impf-Angeboten, um Impfhindernisse auf struktureller bzw. organisatorischer Ebene zu minimieren. Sie setzt sich daher für eine Ausweitung des „fachübergreifenden“ Impfens und des Impfens durch Betriebsärzte ein. So soll das Schließen von Impflücken für die Bevölkerung und auch für die Ärzte so einfach wie möglich gemacht werden.

    Bei der Planung eines Urlaubs bzw. Auslandsaufenthaltes ist es ratsam, stets auch die Notwendigkeit von reisemedizinisch relevanten Impfungen rechtzeitig zu bedenken. Eine entsprechende Impfberatung bieten speziell ausgebildete Reisemediziner, aber auch Gesundheitsämter oder Tropeninstitute.

    Verschiedene Webseiten wie beispielsweise die der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V., die des Zentrums für Reisemedizin oder auch das Forum Reisen und Medizin bieten Reisenden die Möglichkeit, einen reisemedizinisch geschulten Arzt in Ihrer Nähe zu finden.

    Letzte Aktualisierung: 17.05.2019

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