Impfungen A-Z

Pertussis-Impfung: Warum gegen Keuchhusten impfen?

Die bakterielle Infektionskrankheit Keuchhusten (Pertussis) wird durch Tröpfchen übertragen und ist hoch ansteckend. Die Keuchhusten-Bakterien vermehren sich an der Oberfläche der Atemwegsschleimhäute, verursachen Gewebeschäden und schwächen das körpereigene Abwehrsystem. Obwohl Keuchhusten eigentlich als eine der klassischen Kinderkrankheiten gilt, sind inzwischen zwei Drittel der Erkrankten älter als 19 Jahre. Vielfach sind Jugendliche und Erwachsene die Infektionsquelle von (ungeimpften) Säuglingen, bei denen die Erkrankung tödlich verlaufen kann.(1)

Fakten zu Keuchhusten (Pertussis) (1,2)

  • Keuchhusten ist in der Regel eine langwierige Erkrankung mit quälenden Hustenattacken, die nicht selten bis zum Erbrechen führen und über Wochen bis Monate andauern können.
  • Insbesondere bei Säuglingen kann Keuchhusten mit schwerwiegenden Komplikationen einhergehen und tödlich verlaufen – etwa 1% aller erkrankten Kinder unter 6 Monaten stirbt an der Erkrankung.
  • Die Betroffenen können den Erreger bereits kurz vor Ausbruch der Erkrankung übertragen. Die Ansteckungsfähigkeit ist unbehandelt in den ersten beiden Wochen am höchsten und dauert danach noch bis zu drei weitere Wochen an. Durch eine Behandlung mit Antibiotikum kann die Ansteckungsfähigkeit auf 3 bis 7 Tage nach Beginn der Therapie verkürzt werden.
  • Eine frühzeitig begonnene antibiotische Therapie kann zusätzlich zur Verkürzung der Ansteckungsfähigkeit die Dauer und die Intensität der Hustenattacken lindern, wenn sie möglichst früh verabreicht wird.
  • Keuchhusten ist beim Gesundheitsamt meldepflichtig.

Keuchhusten(Pertussis)-Symptome und mögliche Folgen

Nach einer Inkubationszeit zwischen 6 und 20 Tagen (meistens jedoch 9 bis 10 Tagen) verläuft die typische Erstinfektion bei ungeimpften Personen i.d.R. in 3 Stadien. Im 1. Stadium (1 bis 2 Wochen) treten erkältungsähnliche Symptome mit Schnupfen und leichtem Husten auf. Im 2. Stadium (4 bis 6 Wochen) kommt es zu den typischen Hustenattacken, die oftmals gehäuft nachts auftreten und begleitet sind von Keuchen, Hervorwürgen von zähem Schleim und teilweise anschließendem Erbrechen. Im 3. Stadium (6 bis 10 Wochen) klingt der Husten langsam ab.
Bei Jugendlichen und Erwachsenen und geimpften Personen kann die Erkrankung statt mit den üblichen Symptomen mit einem wochenlang anhaltenden unspezifischen Husten verlaufen.(1,2) Eine Keuchhustenerkrankung macht eine antibiotische Therapie notwendig.(1)
Keuchhusten (Pertussis) betrifft vornehmlich die Atemwege und kann hier Komplikationen verursachen, aber auch andere Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden. Zu den möglichen Folgeerkrankungen zählen:(1,2)

Keuchhusten(Pertussis)-Impfempfehlung(1,3)

  • Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten laut STIKO-Empfehlung gegen Keuchhusten (Pertussis) immunisiert sein.
  • Die STIKO empfiehlt für alle Kinder 4 Impfungen im 1. bzw. zu Beginn des 2. Lebensjahres (Grundimmunsierung):
    1. Impfung ab der 9. Lebenswoche
    2. Impfung ab dem vollendeten 3. Lebensmonat
    3. Impfung ab dem vollendeten 4. Lebensmonat
    4. Impfung im Alter von 11 bis 14 Lebensmonaten
  • Die Grundimmunisierung bei Säuglingen erfolgt i.d.R. mit einem Kombinationsimpfstoff, der gleichzeitig gegen Keuchhusten, Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Kinderlähmung (Poliomyelitis/Polio), Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B schützt (Sechsfachimpfung).
  • Auffrischimpfungen werden von der STIKO für Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 6 Jahren und nochmal im Alter von 9 bis 17 Jahren empfohlen zusammen mit der Impfung gegen Diphtherie, Tetanus und Polio.
  • Erwachsene benötigen alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung zusammen mit der nächsten Impfung gegen Diphtherie und Tetanus.

Pertussis-Impfung: Mögliche Impfreaktionen

Der Keuchhusten-Impfstoff ist ein gut verträglicher Totimpfstoff, der nur als Kombinationsimpfung verabreicht wird. Ein Einzelimpfstoff steht derzeit nicht zur Verfügung. Als Zeichen einer Reaktion des Immunsystems können Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle auftreten. In seltenen Fällen schwillt die gesamte Gliedmaße an. In den ersten drei Tagen nach der Impfung kann die Körpertemperatur ansteigen. Auch Frösteln, Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden können in diesem Zeitraum auftreten. Sehr selten sind dagegen allergische Reaktionen.(2)

Weitere Informationen zu sehr seltenen Impfreaktionen und Nebenwirkungen finden sie auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Quellen:

  1. RKI Ratgeber Keuchhusten – abgerufen am 28.04.2019
  2. www.impfen-info.de  – abgerufen am 28.04.2019
  3. Aktuelle STIKO-Empfehlungen – abgerufen am 28.04.2019

Letzte Aktualisierung: 28.04.2019

© Nationale Lenkungsgruppe Impfen

Kontakt

Impressum

Datenschutzerklärung

Bildquellen

Sitemap