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Hepatitis-B-Impfung: Warum gegen Hepatitis B impfen?

Hepatitis B ist eine durch Viren verursachte Entzündung der Leber (Hepatitis) und zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit. Nach einer Akutphase kann es zu einem chronischen Verlauf der Hepatitis B-Infektion kommen, der letztlich zur Zerstörung der Leber (Leberzirrhose) und zur Entstehung von Leberkrebs (Leberzellkarzinom) bei erkrankten Personen führen kann. In Deutschland sind laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zwischen 300.000 und 650.000 Menschen chronisch mit Hepatitis B infiziert.(1,2)

Fakten zu Hepatitis B(1,3,4,5)

  • Hepatitis-B-Viren (HBV) verursachen eine Entzündung der Leber (Hepatitis), die bei Erwachsenen in bis zu 10% der Fälle chronifiziert.
  • Die Übertragung erfolgt über Blut oder andere Körperflüssigkeiten hauptsächlich auf sexuellem Weg, aber auch perinatal von der Mutter auf ihr Kind.
  • Laut Schätzung der WHO sterben insgesamt jährlich weltweit etwa 780.000 Menschen an Hepatitis B, einem HBV-bedingten Leberzellkarzinom und HBV-bedingter Leberzirrhose.
  • HBV ermöglicht die Infektion mit einem weiteren Hepatitis-induzierendenden Virus, dem Hepatitis-D-Virus (HDV), welches HBV zwingend für seinen Vermehrungszyklus benötigt. Eine gleichzeitige Infektion (Koinfektion) mit HBV und HDV gilt als Auslöser der schwersten Form der viralen Hepatitis, bei der es bei 70 – 90% der Erkrankten zu einem chronischen Verlauf kommt und welche von einem raschen Fortschreiten der Erkrankung gekennzeichnet ist.
  • Die Schutzimpfung gegen Hepatitis B ist sehr wirksam und für alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowie auch für Erwachsene mit erhöhtem Infektionsrisiko wie z.B. medizinisches Personal empfohlen. Durch den Schutz vor einer Infektion mit Hepatitis B schützt sie gleichzeitig auch gegen eine Infektion mit dem Hepatitis-D-Virus.
  • Derzeit werden noch bei über 3.000 Menschen in Deutschland Neuinfektionen mit Hepatitis B gemäß aktueller Meldezahlen nachgewiesen.

Hepatitis-B-Symptome und mögliche Folgen(1,2,3)

Die Inkubationszeit einer HBV-Infektion liegt zwischen 45 und 180 Tagen (im Durchschnitt ca. 60 bis 120 Tage). Die große Spannbreite ist auf die Abhängigkeit von der Viruslast, dem Infektionsweg und dem Immunstatus der infizierten Person zurückzuführen. Auch der Krankheitsverlauf einer akuten Hepatitis B ist sehr unterschiedlich. Bei etwa einem Drittel der Infizierten treten zu Beginn unspezifische Symptome wie z.B. Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber auf. Nach 3 – 10 Tagen beginnt die ikterische Phase, bei der sich der Urin dunkel verfärbt und es zu einer Gelbfärbung der Haut, Schleimhäute und inneren Organe kommt (Gelbsucht, Ikterus). Bei etwa einem weiteren Drittel verläuft diese Akutphase unspezifisch ohne einen Ikterus. Ein letztes Drittel der Infektionen verläuft asymptomatisch und ist nur serologisch nachweisbar. Bei einem kleinen Teil der Erkrankten (ca. 0,5 – 1%) kommt es zu einer fulminanten Hepatitis mit akutem Leberversagen.

Ein Großteil der akuten Hepatitis-B-Erkrankungen heilt vollständig aus (≥90% der Erwachsenen). Bei einer HBV-Infektion, die länger als 6 Monate serologisch nachweisbar bleibt, spricht man jedoch von einer chronischen Hepatitis, in deren Folge es zu einer Leberzirrhose oder einem Leberzellkarzinom kommen kann. Die Gefahr, an einer chronischen Hepatitis B zu erkranken, ist umso höher, je jünger die infizierte Person ist. Bei HBV-infizierten Neugeborenen liegt das Risiko der Chronifizierung bei etwa 90%, bei Kleinkindern bei etwa 40 – 70% und bei Kindern im Vorschulalter bei 10 – 40%. Kinder sind also besonders gefährdet, einen chronischen Verlauf der Hepatitis B zu entwickeln.

Hepatitis-B-Impfempfehlung(6)

  • Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Hepatitis B für alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowie für gefährdete Indikationsgruppen wie z.B. medizinisches Personal.
  • Die STIKO empfiehlt für alle Kinder 4 Impfungen im 1. bzw. zu Beginn des 2. Lebensjahres (Grundimmunsierung):
    1. Impfung ab der 9. Lebenswoche
    2. Impfung ab dem vollendeten 3. Lebensmonat
    3. Impfung ab dem vollendeten 4. Lebensmonat
    4. Impfung im Alter von 11 bis 14 Lebensmonaten
  • Die Hepatitis B-Impfung erfolgt im Säuglingsalter i.d.R. mit einem Kombinationsimpfstoff, der gleichzeitig gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Hib (Haemophilus influenzae Typ b) schützt. Neben der 6-fach-Impfung im Säuglings- bzw. Kleinkindalter werden in Deutschland für die Impfung gegen Hepatitis B auch Einzelimpfstoffe oder Kombinationsimpfstoffe mit Hepatitis A (2-fach-Impfung) verwendet. Je nach Impfstoff und -schema kann ein langjähriger, möglicherweise sogar lebenslanger Immunschutz erreicht werden.
  • Bei im Säuglingsalter gegen Hepatitis B geimpften Personen mit neu aufgetretenem Hepatitis B-Risiko (z.B. durch Aufnahme einer Beschäftigung im Gesundheitsdienst) sollte eine Auffrischimpfung durchgeführt werden. Anschließend sollte 4 – 8 Wochen nach der Impfung zur Überprüfung des Impferfolgs eine serologische Kontrolle (Titerkontrolle) erfolgen.

Hepatitis-B-Impfung: Mögliche Impfreaktionen(2)

Die Hepatitis-B-Impfung wird in der Regel gut vertragen. Als sehr häufige Impfreaktion kommt es zu einer Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle. Allgemeinsymptome wie beispielsweise Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden wurden beobachtet. Hohes Fieber ab 39°C ist häufig, ebenso Infektionen der oberen Atemwege. Solche Impfreaktionen verschwinden in der Regel 1 bis 3 Tage nach der Impfung.

Weitere Informationen zu sehr seltenen Impfreaktionen und Nebenwirkungen finden sie auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Quellen:

  1. RKI Ratgeber Hepatitis B und D – abgerufen am 16.04.2019
  2. www.impfen-info.de  – abgerufen am 16.04.2019
  3. RKI Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2017 – abgerufen am 16.04.2017
  4. WHO fact sheet Hepatitis B – abgerufen am 16.04.2019
  5. WHO fact sheet Hepatitis D – abgerufen am 16.04.2019
  6. Aktuelle STIKO-Empfehlungen – abgerufen am 10.05.2019

Letzte Aktualisierung: 14.05.2019

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