Impfen in Deutschland

Kostenübernahme

Alle von der STIKO als Standard empfohlenen Impfungen sind für krankenversicherte Personen in Deutschland kostenlos bzw. erstattungsfähig. Diese Regelung unterstreicht das Bekenntnis des Staates und der Kassen zum Impfen und ist nicht in allen Ländern Europas selbstverständlich.
Grundsätzlich kommen bei der Kostenerstattung von Impfungen verschiedene Träger in Betracht.

Seit neuer rechtlicher Regelungen im Rahmen der Gesundheitsreform 2007 sind empfohlene Schutzimpfungen Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Den genauen Umfang der Leistungen bestimmt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in der Schutzimpfungsrichtlinie nach § 20i Abs. 1 SGB V. Dessen Entscheidungsgrundlage bilden die aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), die – bis auf wenige kleinere Änderungen – in die Richtlinie übernommen werden. Damit werden die Kosten der von der STIKO empfohlenen Impfungen von den gesetzlichen Krankenkassen getragen.

Auf Landesebene werden zudem zwischen den jeweiligen Krankenkassenverbänden und den regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen regionale Impfvereinbarungen geschlossen, die u.a. das ärztliche Honorar und die Impfstoffkosten-Erstattung regeln.

Private Krankenkassen übernehmen in der Regel analog die Kosten für die von der STIKO empfohlenen Impfungen. 

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen i.d.R. die von der STIKO empfohlenen Impfungen für ihre Versicherten. Die genaueren Details zum Leistungsumfang finden sich in der regelmäßig aktualisierten Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses. Laut Arbeitsschutzgesetz gilt zudem: Hat die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes eine darüber hinausgehende Infektionsgefährdung für den Beschäftigten ergeben, so sind zusätzliche Impfungen als Arbeitsschutzmaßnahme (§3 Absatz3 ArbSchG) vom Arbeitsgeber zu tragen. Dabei gelten die einschlägigen Verordnungen und technischen Regeln (u.a. ArbMedVV, BioStoffV). Unter bestimmten Bedingungen werden Impfungen, welche durch beruflich oder ausbildungsbedingte Auslandsaufenthalte notwendig werden, von den Krankenkasse übernommen (genauere Details siehe auch hierzu: Schutzimpfungsrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses).

Auch Gesundheitsämter führen Impfungen durch und können die Kosten übernehmen, z.B. wenn diese nicht von den Krankenkassen erstattet werden.

Die Kosten für weitere, nicht durch die STIKO empfohlene Impfungen müssen vom Patienten selbst übernommen werden. Allerdings bieten viele Krankenkassen auf freiwilliger Basis auch Impfungen als Satzungsleistung an, die nicht in der Schutzimpfungsrichtlinie des G-BA enthalten sind (z.B. bestimmte Reiseschutzimpfungen). Diese individuellen Regelungen können bei den einzelnen Krankenkassen erfragt werden und unterliegen keinem gesetzlichen Einfluss.

Weiterführende Informationen finden Sie beim Robert Koch-Institut (RKI):
Übernahme von Kosten für Schutzimpfungen

Letzte Aktualisierung: 20.05.2021

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