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Windpocken-Impfung: Warum gegen Windpocken impfen?

Windpocken (Varizellen) sind eine hochansteckende und weltweit verbreitete Viruserkrankung, die durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht wird. Das Hauptmerkmal der Windpocken sind Hautläsionen, die aus Papeln, Bläschen und Schorf in verschiedenen Entwicklungsstadien („Sternenhimmel“) bestehen. Obwohl Windpocken meist gutartig verlaufen, kann es auch zu schweren Komplikationen kommen, vor allem bei immungeschwächten Menschen, Neugeborenen und Ungeborenen. So besteht z.B. bei einer Windpockeninfektion der Mutter während der Schwangerschaft die Gefahr von schweren Entwicklungsstörungen für das Kind. Die Letalitätsrate beträgt hier bis zu 30 %. Neben dem Krankheitsbild der Windpocken, welches bei Erstinfektion mit dem Erreger VZV auftritt, kann auch viele Jahre später das Virus reaktivieren und einen Herpes Zoster (Gürtelrose)  auslösen.(1,2)

Fakten zu Windpocken(1,2)

  • Windpocken (Varizellen) sind die häufigste Infektionskrankheit in Deutschland, die eigentlich durch eine Impfung vermeidbar wären.
  • Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfchen- (unter Umständen im Umkreis von mehreren Metern) oder Schmierinfektion (Kontakt mit der Flüssigkeit aus den Windpockenbläschen). Ansteckungsgefahr besteht bereits ca. 2 Tage vor dem ersten Auftreten von Hauterscheinungen und bis zu 1 Woche nach dem Auftreten der letzten Bläschen.
  • Die Erreger verbleiben auch nach der Gesundung lebenslang im Körper und können unter bestimmten Voraussetzungen viele Jahre später eine Herpes Zoster-Erkrankung (Gürtelrose) auslösen.
  • Eine Windpockenerkrankung verläuft bei Jugendlichen und Erwachsenen meist schwerer als bei Kindern.
  • Windpocken gehören nach §6 IfSG zu den meldepflichtigen Krankheiten.

Windpocken-Symptome und mögliche Folgen

Die Inkubationszeit bei Windpocken beträgt in der Regel zwischen 14 und 16 Tagen, es sind aber auch 8 bis 21 Tage möglich. 1 bis 2 Tage vor dem eigentlichen Krankheitsbeginn leiden die Betroffenen meist unter Unwohlsein und Kopf- und Gliederschmerzen. Dann kommen Fieber und Hautläsionen hinzu, die meist im Gesicht und am Körper beginnen und sich dann nach und nach auf die Extremitäten und teilweise auch auf die Schleimhäute und die Kopfhaut ausbreiten. Charakteristisch sind der starke Juckreiz und die Entwicklung von Bläschen, die nach etwa 1 bis 2 Wochen meist problemlos abheilen. Bei starkem Kratzen oder bakteriellen Infektionen an den betroffenen Stellen können allerdings Narben zurückbleiben.

Auch wenn Windpocken meist unproblematisch verlaufen, stellen sie für die betroffenen Personen aufgrund des Juckreizes oft eine erhebliche Belastung dar (v.a. bei Säuglingen und Kleinkindern). Bei Erwachsenen und Jugendlichen kommt es häufiger zu Komplikationen wie beispielsweise zu einer Lungenentzündung (Pneumonie) als bei jüngeren Kindern. Schwere Krankheitsverläufe gibt es vorwiegend bei Neugeborenen, Ungeborenen (bei Erkrankung der Mutter) und immundefizienten Patienten. Eine in späteren Jahren auftretende Herpes-Zoster-Erkrankung ist häufig mit starken Schmerzen und bei Betroffenheit von Gehirn, Augen oder Ohren mit erheblichen Komplikationen verbunden. Bei Ausbildung einer postherpetischen Neuralgie können die Patienten sehr lange Zeit, zum Teil sogar lebenslang, unter starken Schmerzen leiden.

Windpocken-Impfempfehlung(3,4)

  • Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für alle Kinder eine zweimalige Impfung gegen Varizellen, wobei die 1. Impfung am besten im Alter von 11 bis 14 Monaten und die 2. Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten erfolgen sollte. Zwischen den Impfungen sollte ein Abstand von mindestens 4 bis 6 Wochen liegen.
  • Die Varizellen-Impfung kann gleichzeitig mit der Mumps-, Masern-, Röteln-Impfung (MMR) erfolgen oder in einem Abstand von mindestens 4 Wochen zu dieser. Für die 1. Impfung wird bei gleichzeitiger Impfung die Verwendung eines separaten MMR- und Varizellen-Impfstoffes empfohlen, die 2. Impfung kann auch mit einem MMRV-Kombinationsimpfstoff erfolgen.
  • Versäumte Impfungen sollten spätestens bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Windpocken-Impfung: Mögliche Impfreaktionen

Varizellen-Impfstoffe sind gut verträgliche Lebendimpfstoffe, die als Einzelimpfstoffe oder als Kombinationsimpfstoffe mit Masern, Mumps und Röteln erhältlich sind. Als Zeichen einer Reaktion des Immunsystems können Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle auftreten. In den ersten 3 Tagen nach der Impfung kann die Körpertemperatur ansteigen und es kann zu Kopf- und Gliederschmerzen oder Unwohlsein kommen. Hin und wieder wird 1 bis 4 Wochen nach der Impfung leichter Hautausschlag und Fieber beobachtet. Sehr selten treten allergische Reaktionen auf.(2,3,4)

Weitere Informationen zu sehr seltenen Impfreaktionen und Nebenwirkungen finden sie auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Quellen:

  1. RKI Ratgeber Windpocken – abgerufen am 03.05.2019
  2. www.impfen-info.de – abgerufen am 03.05.2019
  3. Aktuelle STIKO-Empfehlungen – abgerufen am 03.05.2019
  4. RKI: FAQ Windpocken-Impfung – abgerufen am 03.05.2019

Letzte Aktualisierung: 10.05.2019

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