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FSME-Impfung: Warum gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis impfen?

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch Viren verursachte inflammatorische Erkrankung des Gehirns, der Gehirnhaut oder des Rückenmarks. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich durch den Stich von infizierten, parasitären Schildzecken, die den Virus über ihren Speichel in die Blutbahn übertragen.

Fakten zu FSME(1,2,4,5)

  • Es gibt keine kausale Therapie der FSME, die Behandlung erfolgt lediglich symptomatisch.
  • Die Krankheit verläuft in der Regel zweiphasig, wobei die zweite, meist schwerer verlaufende Phase ausbleiben kann.
  • Die Übertragung erfolgt im Normalfall nur von Zecke zu Mensch; infizierte Menschen sind nicht ansteckend. In sehr seltenen Fällen wurde auch eine Infektion durch kontaminierte Rohmilch von Ziegen, Schafen oder Kühen beobachtet.
  • Die Gefahr einer FSME-Ansteckung besteht vor allem in den Risikogebieten. In Deutschland liegen diese vorwiegend, aber nicht ausschließlich in Baden-Württemberg, Bayern und im südlichen Hessen und Thüringen. Das RKI veröffentlicht jährlich eine aktuelle Karte der Risikogebiete.
  • Zecken können sowohl FSME-Viren übertragen als auch Bakterien, die die sogenannte Lyme-Borreliose verursachen. Während sich die bakteriellen Erreger im Verdauungstrakt der Zecke befinden, liegen die Viren im Speichel vor. Deren Übertragung erfolgt so schnell, dass auch ein zügiges Entfernen der Zecke nicht ausreichend vor einer FSME-Erkrankung schützt. Daher erfolgt die Übertragung der Viren nach einem Stich weit schneller als die Übertragung der Bakterien, die oft erst viele Stunden nach Beginn des Saugvorgangs einsetzt.
  • Vor allem Menschen, die sich beruflich oder in der Freizeit viel im Freien aufhalten, sollten sich vor einer FSME-Erkrankung durch eine Impfung schützen. Wichtig zur zusätzlichen Prävention (auch vor Borreliose) ist generell die Vermeidung von Zeckenstichen durch entsprechende Kleidung, die Verwendung von Repellents und das gründliche Absuchen des Körpers nach einem Naturaufenthalt.

FSME-Symptome und mögliche Folgen

In den meisten Fällen verläuft die Krankheit asymptomatisch oder nur unter Ausprägung der ersten Krankheitsphase.(1) Grundsätzlich wird bei Kindern ein weniger schwerer Verlauf beobachtet als bei Erwachsenen.
Nach einer Inkubationszeit von ca. 1 bis 3 Wochen leiden die Patienten in der ersten Phase der Erkrankung unter grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerz, Fieber und Erbrechen, die nach wenigen Tagen abklingen. Nach einem symptomfreien Intervall von etwa einer Woche geht die Erkrankung bei etwa jedem 10. Patienten in die zweite Phase über: es können Entzündungen des Rückenmarks, der Hirnhaut oder/und des Gehirns auftreten, welche neurologischen Ausfälle, Lähmungen oder neuronal bedingten Anfällen zur Folge haben können. Etwa jeder 5. dieser Patienten behält langanhaltende oder dauerhafte neurologische Schäden zurück. Häufig kommt es aber auch bei sehr schweren Krankheitsverläufen zu einer vollständigen Genesung des Patienten. Bei ca. 1 % der Erkrankten, die neurologische Beeinträchtigungen erleiden, verläuft die FSME tödlich.(1,2)

FSME-Impfempfehlung(2,3)

  • Die STIKO empfiehlt die FSME-Impfung für alle Personen, die in FSME-Risikogebieten Zecken-exponiert sind, darüber hinaus für Personen, die durch FSME beruflich gefährdet sind, sowie bei möglicher Zeckenexposition in FSME-Risikogebieten außerhalb Deutschlands.
  • Zunächst erfolgt eine Grundimmunisierung durch insgesamt 3 Impfungen, die in einem zeitlichen Abstand von 1 – 3 Monaten zwischen der ersten und zweiten Impfung und nach weiteren 5 – 12 bzw. 9 – 12 Monaten (je nach Impfstoff) für die nachfolgende dritte Impfung verabreicht werden. Auffrischimpfungen werden abhängig von Impfstoff und Alter des Impflings immer nach einem Zeitraum von 3 – 5 Jahren empfohlen.
  • In Deutschland sind mehrere monovalente Totimpfstoffe gegen FSME erhältlich.

FSME-Impfung: Mögliche Impfreaktionen(2)

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Symptome wie Temperaturerhöhung oder andere Allgemeinsymptome wie Kopfweh, Unwohlsein oder Gelenkschmerzen können vorkommen. Sehr selten sind dagegen allergische Reaktionen. Die Impfung ist allgemein gut verträglich und die dargestellten Symptome klingen in der Regel rasch und folgenlos wieder ab.

Weitere Informationen zu sehr seltenen Impfreaktionen und Nebenwirkungen finden Sie auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Quellen:

1.    RKI-Ratgeber FSME – abgerufen am 16.04.2019
2.    BZgA: Impfen-Info-FSME Impfempfehlung für Kinder – abgerufen am 16.04.2019
3.    RKI: Aktuelle STIKO-Empfehlungen – abgerufen am 16.04.2019
4.    RKI: FAQs FSME-Impfung – abgerufen am 25.04.2019
5.    Baranton, De Martino: Borrelia burgdorferi sensu lato diversity and its influence on pathogenicity in humans, Current Problems in Dermatology 37:1-17, Feb 2009

 

 

Letzte Aktualisierung: 06.05.2019

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