Monitoring & Daten

Impfquoten

Aktuelles: Impfstatus gegen COVID-19 in Deutschland

Seit Ende Dezember 2020 wird in Deutschland gegen COVID-19 geimpft. Daten zu den verabreichten Impfungen können auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) eingesehen werden.

Link: Digitales Impfquotenmonitoring zur COVID-19-Impfung (RKI)

Link: COVID-19-Impfdashboard (BMG)

 

Erhebung von Impfquoten bei Standardimpfungen in Deutschland Die RKI-Impfsurveillance

Die Auswertung von Daten zum Impfstatus der Bevölkerung und die Veröffentlichung der Ergebnisse gehören zu den Aufgaben des Robert Koch-Instituts (RKI).

Zwei gesetzlich verankerte Säulen für ein bundesweites Impfquoten-Monitoring

Seit 2001 werden nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG § 34 (11)) Daten zum Impfstatus von empfohlenen Standardimpfungen der Kinder bei Schuleingang anhand der vorgelegten Impfpässe erhoben, auf Bundeslandebene zusammengefasst und durch die Bundesländer aggregiert an das RKI übermittelt. Seit März 2020 erhält das RKI nun ebenfalls auf der Basis des IfSG (§ 13 (5)) von allen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Daten zu abgerechneten Impfleistungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Die neue gesetzliche Regelung hebt die seit 2004 bestehende erfolgreiche Kooperation des RKI mit den 17 KVen im Rahmen des Projektes „KV-Impfsurveillance“ auf eine neue Ebene. (1)

Zusätzliche repräsentative Daten für Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene bieten langfristig angelegte Studien und Umfragen (z.B. KiGGS und DEGS des RKI) sowie zielgruppenspezifische Erhebungen von Impfquoten für bestimmte Impfungen (z.B. Onlinebefragung von Krankenhauspersonal). (2)

 

Impfquoten ausgewählter Impfungen

Im Jahr 2020 wurden erstmals Analysen aus beiden gesetzlich verankerten Datenquellen – Schuleingangsuntersuchung und „KV-Impfsurveillance“ – zur Beurteilung von Impfquoten im Kindes- und Jugendalter gemeinsam veröffentlicht und in der Gesamtschau interpretiert (Ergebnisse aus der RKI-Impfsurveillance, Epid Bull 32/33 2020).

Die Impfquoten und die Immunität im Kindesalter sind in Deutschland auf einem hohen Niveau

Daten aus den Schuleingangsuntersuchungen der einzelnen Bundesländer zeigen (3), dass der Impfschutz gegen die meisten impfpräventablen Erkrankungen bei den Einschulungskindern bundesweit als sehr gut zu bezeichnen ist. Lang etablierte Impfungen, die durch die Ständige Impfkommission (STIKO) bereits seit Jahrzehnten als Standardimpfung allgemein empfohlen sind (4,5), weisen Impfquoten von >90% auf. Bei erst später eingeführten Impfungen, wie z.B. Windpocken (Varizellen; STIKO-Empfehlung 2004), Meningokokken C (STIKO-Empfehlung 2006), Pneumokokken (STIKO-Empfehlung für alle Kinder bis 24 Monate 2006) oder Rotaviren (STIKO-Empfehlung 2013), liegen die Impfquoten teilweise noch deutlich unter 90% (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Impfquoten bei den Schuleingangsuntersuchungen in Deutschland 2018. Alter 4-7 Jahre (Geburtenjahrgänge 2010-2013); der Anteil der Kinder mit vorgelegtem Impfausweis lag bei 91,4 %. Hinweis: Die Rotavirus-Impfung wurde erst 2013 von der STIKO empfohlen.

Quelle: (3) Robert Koch-Institut: Impfquoten von Kinderschutzimpfungen in Deutschland – aktuelle Ergebnisse aus der RKI-Impfsurveillance. Epid Bull 32/33 2020: 9-27

Die zeitgerechte Erreichung des Impfschutzes bei Säuglingen und Kleinkindern ist ein wesentliches Impfziel

Bei vielen Krankheiten spielt jedoch nicht nur die Höhe der erreichten Impfquoten eine große Rolle, sondern auch der Zeitpunkt, zu dem der Impfschutz erreicht wird. So sind Kinder in den ersten Lebensjahren durch eine Rotavirus-, Masern- oder Pneumokokken-Infektion besonders gefährdet, da gerade bei ihnen häufig schwere Krankheitsverläufe beobachtet werden oder Komplikationen auftreten können (6). Daten der KV-Impfsurveillance (3) zeigen, dass es bei diesen Impfungen häufig noch keine ausreichend hohen Impfquoten bei Kleinkindern gibt (siehe Abbildung 2).

Abbildung 2: Impfquoten für Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Varizellen, Meningokokken C, Pneumokokken und Rotaviren im Kleinkindalter (KV-Impfsurveillance). Angaben zum Berichtalter und Geburtsjahr in Klammern.
*Abweichende Impfquoten der Masern-, Mumps- und Röteln-Impfung nur im Berichtalter von 36 Monaten, im Berichtalter von 15 und 24 Monaten aufgrund identischer Impfquoten einheitlich als Mumps, Masern, Röteln (MMR)-Impfung dargestellt.

Quelle: (3) Robert Koch-Institut: Impfquoten von Kinderschutzimpfungen in Deutschland – aktuelle Ergebnisse aus der RKI-Impfsurveillance. Epid Bull 32/33 2020: 9-27

Seit 1994 wurde für die 6-fach-Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, Hib und Hepatitis B im Säuglingsalter ein 3+1-Impfschema empfohlen. Seit Mitte 2020 empfiehlt die STIKO für reifgeborene Säuglinge die 6-fach-Impfung nach dem 2+1-Schema (im Alter von 2, 4 und 11 Monaten; die zuvor zweite Impfstoffdosis im Alter von 3 Monaten entfällt). Mit der dritten und letzten Impfung wird die Grundimmunisierung im Alter von 11 Monaten abgeschlossen. Nur Frühgeborene sollen weiterhin nach dem 3+1-Schema geimpft werden (7). Auch bei diesen Impfungen zeigt sich, dass diese oft erst später vervollständigt werden (siehe Abbildung 3).

Abbildung 3: Impfquoten für Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Polio, Hib und Hepatitis B im Kleinkindalter (KV-Impfsurveillance). Angaben zum Berichtalter und Geburtsjahr in Klammern.

Quelle: (3) Robert Koch-Institut: Impfquoten von Kinderschutzimpfungen in Deutschland – aktuelle Ergebnisse aus der RKI-Impfsurveillance. Epid Bull 32/33 2020, 9-27

 

Bundesweite und länderspezifische Impfquoten nach Altersgruppen

Neben den gezeigten bundesweiten Daten der KV-Impfsurveillance und der Schuleingangsuntersuchungen (siehe Abbildungen oben) sind auch die regionalen Impfquoten der einzelnen Bundesländer im Folgenden beschrieben:

Zudem sind Studien zu Impfquoten bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen sowie zu spezifischen Impfungen (z.B. Influenza, Humane Papiollomviren und FSME) aufgelistet:

Für einzelne Impfungen können über das Online-Tool VacMap des RKI kreisbezogenen Durchimpfungsraten verschiedener Geburtsjahrgänge abgerufen werden – zur Zeit ist dies für die 1. und 2. Masernimpfung sowie die Rotavirusimpfung möglich. (8)

Weitere regionale Impfquoten, zum Teil auch Daten einzelner Landkreise, können auf den Internetauftritten der Bundesländern eingesehen werden (Klick auf das jeweilige Bundesland):

Quellen:

1. Robert Koch-Institut: Erhebung von Impfquoten im Kindes- und Jugendalter in Deutschland – Die RKI Impfsurveillance und ihr neues Publikationsformat. Epid Bull 32/33 2020
2. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Impfstatus/impfstatus_node.html
3. Robert Koch-Institut: Impfquoten von Kinderschutzimpfungen in Deutschland – aktuelle Ergebnisse aus der RKI-Impfsurveillance. Epid Bull 32/33 2020
4. Klein S, Schöneberg, Krause G: Vom Zwang zur Pockenschutzimpfung zum Nationalen Impfplan. Bundesgesundheitsblatt 2012, 55:1512-1523 | DOI 10.1007/s00103-012-1539-7
5. STIKO Empfehlungen – Historie: Übersicht der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Poster/Poster_Stiko_Hist.html

6. BZgA – www.impfen-info.de
7. AG 6-fach-Impfung (DTaP-IPV-Hib-HepB) der Ständigen Impfkommission (STIKO): Wissenschaftliche Begründung für die Empfehlung der 6-fach Impfung (DTaP-IPV-Hib-HepB) nach dem 2+1-Impfschema. Epid Bull 2020;26:3-21 | DOI 10.25646/6955.2
8. VacMap – www.vacmap.de

Letzte Aktualisierung: 12.08.2021

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