Erhöhung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Bezug auf die HPV-Impfung
Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein zentraler Bestandteil einer umfassenden Strategie zur Förderung des Wissens über die HPV-Impfung in der Bevölkerung und zur Steigerung der Impfquoten. Ziel ist es daher, die impfbezogene Gesundheitskompetenz – insbesondere in Bezug auf die HPV-Impfung – zu verbessern.
Es gibt verschiedene Gründe, warum sich Menschen gegen eine Impfung entscheiden oder sich nicht impfen lassen. Das sogenannte 5C-Modell beschreibt die psychologischen Faktoren, die einer Impfentscheidung – sowohl für als auch gegen das Impfen – zugrunde liegen (Betsch et al., 2019). Zu diesen Faktoren gehören unter anderem das Vertrauen in die Wirksamkeit und Sicherheit von Impfungen sowie in das Gesundheitssystem allgemein (Confidence), die Risikowahrnehmung im Hinblick auf die Schwere impfpräventabler Erkrankungen und die Einschätzung, ob eine Impfung notwendig erscheint (Complacency), oder auch das Verantwortungsgefühl gegenüber der Gemeinschaft und die Bereitschaft, durch eine Impfung zum Schutz anderer beizutragen (Collective Responsibility).
Eine fachlich fundierte und transparente Aufklärung kann Vertrauen schaffen, die Impfakzeptanz erhöhen und gezielt auf die genannten Einflussfaktoren eingehen. Sie vermittelt ein besseres Verständnis darüber, wie Impfungen funktionieren, welche Vorteile sie bieten und welche potenziellen Risiken bestehen. Auf dieser Grundlage können Menschen informierte Entscheidungen für ihre Gesundheit und die Gesundheit ihrer Kinder treffen.
Durch das empfohlene Impfalter von 9-14 Jahren und Nachholimpfungen bis zum Alter von 17 Jahren ergeben sich verschiedene Zielgruppen für die HPV-Impfaufklärung. Für das empfohlene Impfalter von 9‑14 Jahren sind die Eltern meist dafür ausschlaggebend, ob ihre Kinder eine HPV-Impfung erhalten und ob diese zeitgerecht erfolgt. Insbesondere im Nachholimpfalter haben Jugendliche zunehmend einen eigenen Einfluss auf die Impfentscheidung. Durch eine zielgruppenspezifische Kommunikation können Informationen über HPV und die HPV-Impfung so aufbereitet werden, dass sie für jede dieser Gruppen relevant und verständlich sind.
Nicht zuletzt ist die Wahrung der Unabhängigkeit von kommerziellen Interessen bei der Impfaufklärung von entscheidender Bedeutung. Eine unabhängige und objektive Aufklärung trägt zur Glaubwürdigkeit bei und stärkt das Vertrauen in die vermittelten Informationen.
Seriöse, faktenbasierte und neutrale Aufklärungsmaterialien zum Thema HPV und HPV-Impfung werden von verschiedenen Anbietern (Institutionen, Verbänden und Trägern) zur Verfügung gestellt. Neben online verfügbaren Informationen auf Internetseiten können Druckmedien wie Broschüren, Flyer und Plakate zudem in der Regel kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden. Für zielgruppenspezifische Vorträge stehen Präsentationsfolien und Videomaterial verschiedener Akteure zur Verfügung. Die Informationsmaterialien sind somit leicht zugänglich und bieten verlässliche Informationen für Jugendliche, Eltern und Gesundheitsfachkräfte.