Beispiele bestehender HPV-Impfaufklärungsangebote für die Allgemeinbevölkerung

Seriöse, faktenbasierte und neutrale Aufklärungsmaterialien zum Thema HPV und HPV-Impfung werden von verschiedenen Anbietern (Institutionen, Verbänden und Trägern) zur Verfügung gestellt.

Für die Allgemeinbevölkerung bieten vor allem staatliche Einrichtungen – wie Gesundheitsbehörden und -ministerien auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene – Informationen zur HPV-Impfung an. Im Infektionsschutzgesetz (§ 20 Abs. 1 IfSG) ist die zielgruppenspezifische Aufklärung zu Schutzimpfungen als Aufgabe für die BZgA (im Februar 2025 umbenannt in BIÖG) und den ÖGD rechtlich verankert.

Hinzu kommen vertrauenswürdige Informationsangebote zu HPV von nicht-staatlichenGesundheitsorganisationen. Dazu gehören zum Beispiel das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), die Deutsche Krebshilfe, ärztliche Selbstverwaltungskörperschaften und Verbände. Zudem weisen einige Krankenkassen ihre Versicherten auf den wichtigen Schutz durch die HPV-Impfung hin.

Neben diesen industrieunabhängigen Angeboten der behördlichen Öffentlichkeitsarbeit und dem Informationsangebot von nicht-staatlichen Gesundheitsorganisationen bieten auch Impfstoffhersteller Informationsmaterialien zu HPV an, wobei die NaLI – wie oben erwähnt – die Verwendung von Materialien mit Unabhängigkeit von kommerziellen Interessen für eine fundierte Impfaufklärung empfiehlt.

Im Folgenden werden zur Orientierung und Nachahmung bestehende Kampagnen und Aktionen der HPV‑Impfaufklärung beispielhaft aufgeführt und auf allgemein verfügbares, unabhängiges Informationsmaterial hingewiesen. Die Aufzählung ist nicht abschließend, sondern soll den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen als Anhaltspunkt dienen und zu Ideen für eigene Aktionen anregen. Zum Abschluss wird auf internationale Kampagnen hingewiesen, aus denen – trotz struktureller und möglicherweise kultureller Unterschiede – lehrreiche Schlüsse für Deutschland gezogen werden können.

Allgemeine Aufklärungsangebote

Viele Akteure bieten ein Aufklärungsangebot mit Bezug zu HPV und der HPV-Impfung an. Das HPV-Thema ist dabei entweder eingebettet in Informationen zu verschiedenen Impfthemen oder im Rahmen einer Aufklärung zu Gebärmutterhalskrebs. Beispiele für verlässliche und unabhängige Informationsangebote zu HPV sind nachfolgend benannt.

Aufklärungskampagne des BIÖG

Entsprechend seines gesetzlichen Auftrages zur Information der Allgemeinbevölkerung sind die Kampagnen des BIÖG in allgemeinverständlicher Form verfasst. Das Portal www.infektionsschutz.de bietet Informationen zu verschiedenen Impfungen – darunter auch zur HPV-Impfung. Das HPV-Thema wurde zudem in die LIEBESLEBEN-Initiative zur Förderung sexueller Gesundheit integriert. Die Website www.liebesleben.de informiert mit dem Fokus auf Jugendliche und junge Erwachsene zur HPV-Impfung. Zudem gibt es eine Unterseite zur HPV-Impfung, die sich an Eltern richtet und neben FAQ z.B. auch ein Video mit einem Kinder- und Jugendmediziner enthält (www.liebesleben.de/fuer-alle/eltern/hpv-impfung).

Zudem stellt das BIÖG eine Reihe von HPV-Aufklärungsmaterialien bereit (www.liebesleben.de/hpv). Dazu gehören zum Beispiel die Elternbroschüre zur HPV-Impfung oder die Wendebroschüre zu HPV und Feigwarzen für die Gesamtbevölkerung. Aktuell konzentrieren sich die HPV-Maßnahmen des BIÖG insbesondere auf die Zielgruppe der Eltern sowie der Ärztinnen und Ärzte als Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren. Weiterhin werden Jugendliche und junge Erwachsene angesprochen. Mit geschlechtsspezifischen Wartezimmerplakaten für die ärztliche Praxis werden sowohl junge Frauen als auch junge Männer getrennt voneinander adressiert.

Auch führte die ehemalige BZgA (seit Anfang 2025 umbenannt in BIÖG) bereits seit einigen Jahren digitale Anzeigenschaltungen in verschiedenen Formaten über diverse Social-Media-Kanäle für die Zielgruppe Eltern durch. Dabei bestand die Möglichkeit zu kommentieren und Fragen zu stellen, die von der BZgA beantwortet wurden. Als Bundesinstitut arbeitet das BIÖG – genauso wie vor dem Übergang die BZgA – auch weiterhin neutral und unabhängig von finanziellen Interessen der Industrie sowie von Marktinteressen.

Fachliches Informationsangebot des RKI und der STIKO

Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -prävention. Entsprechend ihres gesetzlichen Auftrages zur Information der Fachöffentlichkeit stellt das RKI umfassende Informationen zur HPV-Impfung auf www.rki.de bereit. Dazu gehören ein Ratgeber zu HPV, Informationen in verschiedenen Sprachen, Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) und das kompakte Faktenblatt zur HPV-Impfung, welches zur Unterstützung der impfenden Ärzteschaft entwickelt wurde. Die übersichtliche Darstellung soll als Kurzinformation dienen und im Gespräch mit Patientinnen und Patienten sowie mit Eltern oder anderen Sorgeberechtigten unterstützen. Zudem kann die Smartphone-App der STIKO (alternativ auch als Webversion der STIKO-App verfügbar) zur Information des medizinischen Personals zu STIKO-empfohlenen Impfungen verwendet werden.

Während der COVID-19-Pandemie erlangte das RKI und die STIKO größere Aufmerksamkeit und sind daher auch für die breitere Öffentlichkeit eine Anlaufstelle bei der Informationssuche geworden.

Informationen des PEI zu HPV-Impfstoffen

Als Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel ist das PEI für die Pharmakovigilanz (Erfassung und Bewertung möglicher Nebenwirkungen) von Impfstoffen zuständig. Regelmäßig veröffentlicht das PEI eine Übersicht zu den gemeldeten Verdachtsfällen von Impfstoffnebenwirkungen bzw. Impfkomplikationen im Bulletin zur Arzneimittelsicherheit, einschließlich Meldungen im Zusammenhang mit der Verabreichung von HPV-Impfstoffen. Zudem informiert das PEI auf seiner Website www.pei.de über aktuelle Sicherheitshinweise.

Darüber hinaus bietet die PEI-Website allgemeine Informationen zu den in Deutschland verfügbaren HPV-Impfstoffen sowie Hinweise auf Lieferengpässe. Im Falle von Engpässen wird angegeben, welche Impfstoffe beim Hersteller nicht verfügbar sind und wie lange diese Impfstoffe voraussichtlich nicht ausgeliefert werden können (Lieferengpässe von Human-Impfstoffen).

Schwerpunkt-Thema HPV bei der NaLI

Das Bund-/Länder-Gremium informiert auf www.nali-impfen.de zum Impfwesen in Deutschland. Zielgruppen der Website sind neben der Fachöffentlichkeit auch die interessierte Öffentlichkeit. Im Laufe der vergangenen Jahre entwickelte sich HPV zu einem Schwerpunktthema der NaLI. Im Zuge der Erstellung des vorliegenden Konzeptpapiers wurden die Informationen zu HPV auf der NaLI-Website stetig erweitert und unter www.nali-impfen.de/hpv-schwerpunkt ein eigener Bereich aufgebaut, der Hintergrundwissen zu HPV und der HPV-Impfung vermittelt und große Teile des HPV-Impfkonzepts darstellt.

Informationskampagnen von Krankenkassen

Einige Krankenkassen bieten ihren Versicherten ebenfalls Informationen zu HPV und der HPV-Impfung an oder führen zum Beispiel Umfragen zum Bekanntheitsgrad der Impfung durch. Zudem stellen sie Informationen zur Verfügung, wenn sie Nachholimpfungen bis über den 18. Geburtstag hinaus übernehmen.

Informationsangebot der KBV

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) informiert u.a. im Rahmen ihrer Präventionsinitiative zu Impfungen. So ist die HPV-Impfung Schwerpunkt der Präventionsinitiative 2024 (Themenseite der KBV zur HPV-Impfung).

Informationsplattform Gesund.bund.de

Der Service gesund.bund.de des BMG bietet im Rahmen des staatlichen Informationsauftrags eine verlässliche Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger. Es werden Informationen zu verschiedenen Gesundheitsthemen verständlich vermittelt, mit dem Ziel, die Gesundheitskompetenz und Selbstbestimmung der Bevölkerung zu fördern. Das HPV-Thema wird insbesondere im Zuge des Informationsangebots zum Gebärmutterhalskrebs abgebildet (Informationen zu Gebärmutterhalskrebs).

Informationsangebote des Deutschen Krebsforschungszentraum (DKFZ)

Das DKFZ stellt verschiedene Informationsmaterialien auf www.dkfz.de zum Thema HPV und HPV-Impfung zur Verfügung. Dazu gehören Infografiken speziell für Eltern mit kurzen Botschaften, warum diese ihre Kinder gegen Infektionen mit HPV impfen lassen sollten. Das Faktenblatt Impfung gegen HPV-Infektionen bietet hingegen weiterführende Informationen und Hintergründe zu HPV und der schützenden Impfung. Zudem gibt das DKFZ in einer weiteren Infografik Hinweise für Gesundheitspersonal, wie sich die HPV-Impfquote weiter steigern lässt.

Darüber hinaus bietet der Krebsinformationsdienst des DKFZ umfassende Informationen zu verschiedenen Krebsarten, deren Prävention, Diagnose, Behandlung und Nachsorge (www.krebsinformationsdienst.de). Im Rahmen seiner Aufklärungsarbeit spielt auch das Thema HPV eine wichtige Rolle. Zu den bereitgestellten Materialien gehören Informationsblätter und Unterrichtsmaterialien für Lehrende in Schulen zur Krebsentstehung durch HPV und wie man sich durch eine HPV-Impfung schützen kann. Das Informationsmaterial richtet sich an die Bevölkerung, Lehrkräfte, Patientinnen und Patienten, deren Angehörige und an alle Interessierten.

In der Online-Veranstaltungsreihe „Verständlich informiert zu Krebs – Ihre Fragen, unsere Antworten“ informieren Expertinnen und Experten über verschiedene Themen – über die HPV-Impfung zuletzt im September 2025. Um die Reichweite zu erhöhen, können die Präsentationen in der Regel auch nach der Veranstaltung bei Interesse online unter www.krebsinformationsdienst.de/online-veranstaltungen eingesehen werden. Zusätzlich bietet der Krebsinformationsdienst individuelle Informationen durch Ärztinnen und Ärzte in seiner Telefon-Hotline oder per E-Mail an.

Wissenschaftsbasierte Kommunikation des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG):

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist ein unabhängiges wissenschaftliches Institut, das aus der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert wird. Zu seinen gesetzlich festgelegten Aufträgen gehört es, den Nutzen und möglichen Schaden von medizinischen Maßnahmen zu bewerten (www.iqwig.de). Auf www.gesundheitsinformation.de/humane-papillomviren-hpv.html bietet das IQWiG evidenzbasierte Gesundheitsinformationen zu Gebärmutterhalskrebs und der HPV-Impfung für Bürgerinnen und Bürger in einer allgemeinverständlichen Form.

Öffentlichkeitsarbeit industrieunabhängiger wissenschaftlicher Vereinigungen – Beispiel ZERVITA

In der Projektgruppe ZERVITA engagieren sich seit 2006 Vertretungen wissenschaftlicher Fachgesellschaften sowie von Berufsverbänden und Krebsorganisationen in der Aufklärung über Gebärmutterhalskrebs und HPV (www.zervita.de). Ziel der Aufklärungskampagne ist es, das Bewusstsein für das Zervixkarzinom zu erhöhen und über Risikofaktoren, Prävention, Früherkennung und Therapie evidenzbasiert zu informieren. Die Informationen werden für die allgemeine Bevölkerung, speziell für Jugendliche sowie für medizinische Fachkreise, zielgruppenspezifisch aufbereitet.

Eine Vielzahl von Informations-Flyern und Broschüren rund um das Thema HPV und die HPV-Impfung für verschiedene Zielgruppen – auch in leichter Sprache – stehen auf der Website von ZERVITA als Download bereit (Zielgruppenspezifische Informationsmaterialien zur HPV-Impfung).

Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit ärztlicher Verbände

Ärztliche Berufsverbände – wie beispielsweise der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzt*innen (BVKJ; www.bvkj.de, www.kinderaerzte-im-netz.de), der Hausärztinnen- und Hausärzteverband (HÄV; www.haev.de) oder der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF; www.bvf.de) – stellen auf ihren Internetseiten oder den Seiten ihrer Landesverbände allgemein verständliche Informationen zum Impfen bereit. Dazu gehören auch Informationen zu HPV und der HPV-Impfung.

Zudem informiert der HÄV im verbandeigenen Patientenmagazin HausArzt regelhaft Patientinnen und Patienten über die Bedeutung der HPV-Impfung, insbesondere bei jüngeren Personengruppen, und weist auf die niederschwelligen Impfmöglichkeiten in den hausärztlichen Praxen hin.

Anlassbezogene HPV-Aufklärungsaktionen

Aufsuchende oder breit angelegte Impfaufklärungsaktionen vor Ort bieten die Möglichkeit, verschiedene Zielgruppen aktiv anzusprechen und viele Kontakte zu erzeugen. Dabei entsteht eine direkte Interaktion zwischen den Informationsanbietern und der Bevölkerung. Dies ermöglicht zum Teil auch einen offenen Dialog, in dem Fragen zur HPV-Impfung gestellt und evtl. Bedenken angesprochen werden können, was zu einem besseren Verständnis und einer höheren Akzeptanz führen kann.

Bundesweite Aufklärungsaktionen – Beispiel Nationale Krebspräventionswoche 2021

Die Abbildung zeigt die HPV-Mitmachaktion und die Wanderausstellung mit Betroffenheitsberichten zu HPV des DKFZ

Die Nationale Krebspräventionswoche ist eine gemeinsame Initiative der Deutschen Krebshilfe, des DKFZ und der DKG. Die drei Organisationen machen damit auf das große Potenzial der Prävention aufmerksam.

Seit 2019 findet die Krebspräventionswoche jährlich im September mit jeweils anderem Fokus statt. Um das Bewusstsein für die HPV-Impfung als effektive Maßnahme zur Prävention HPV-bedingter Krebserkrankungen in Deutschland zu schärfen, wurde „Impfen gegen Krebs" als Thema der Nationalen Krebspräventionswoche 2021 gewählt. Sie stand unter dem Motto „Pikst kurz – schützt lang: Mach dich stark gegen Krebs!“.

Im Mittelpunkt standen Informationen zu Impfungen für Kinder und Jugendliche, die das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen im Erwachsenenalter senken, wie die HPV-Impfung. Dafür wurden eine mobile Mitmachstation sowie eine HPV-Wanderausstellung erstellt. In Form eines riesigen HP-Virus ermöglicht es die mobile Mitmachstation Kindern, sich spielerisch Wissen rund um das Thema Impfen und Krebs anzueignen (Abbildung A, © Anspach/DKFZ). Die Wanderausstellung „HPV hat viele Gesichter“ porträtiert sechs Menschen, für die eine HPV-bedingte Krebserkrankung zum ständigen Begleiter im Leben wurde (Abbildung B, © DKFZ/Jutta Jung). Beide Exponate sollen künftig für weitere Aufklärung über HP-Viren, die gesundheitlichen Folgen von HPV-Infektionen sowie über die HPV-Impfung deutschlandweit eingesetzt werden. In den Jahren 2023 und 2024 waren sie bereits im Rahmen einer Städtetour in verschiedenen Städten Baden-Württembergs, Bayerns und Niedersachsens sowie in Berlin im Einsatz.

Perspektivisch sollen beide Exponate in Zukunft für weitere Aufklärung über HP-Viren, die gesundheitlichen Folgen von HPV-Infektionen sowie über die HPV-Impfung deutschlandweit eingesetzt werden. In den Jahren 2023 und 2024 sind sie bereits im Rahmen einer Städtetour in verschiedenen Städten Baden-Württembergs, Bayerns und Niedersachsens sowie in Berlin im Einsatz.

Auf der noch bestehenden Kampagnen-Website der Nationalen Krebspräventionswoche 2021 werden zusätzliche Informationen angeboten – einschließlich eines kindgerechten Erklärvideos (DKFZ: Pikst kurz, schützt lang).

Regionale Aufklärungsaktionen – Beispiel Bayerische Impfwoche 2022

Das Bild zeigt die Flyer und das Logo der Bayerischen Impfwoche 2022 zum Thema HPV

Beispiele für landesweite Aufklärungsaktionen speziell zum Thema HPV sind die 6. und 7. Bayerische Impfwoche. Sie wurden in den Jahren 2022 und 2024 gemeinsam durch die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) und das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP; in der nachfolgenden Legislaturperiode umbenannt in das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention) organisiert und bayernweit durchgeführt.

In der Planungsphase der 6. Bayerischen Impfwoche wurden zunächst zwei Zielgruppen nach fachlichen und medialen Gesichtspunkten definiert. Es sollten Eltern von Kindern ab 9 Jahren und Jugendliche ab zwölf Jahren angesprochen werden. Zu diesem Zweck wurden zwei Informationsflyer jeweils in deutscher und englischer Sprache für die definierten Zielgruppen gestaltet, die auch über die Impfwoche hinaus verwendet werden können. Zudem wurde ein Plakat zur Impfwoche erstellt (Abbildung A) und eine Dachmarke etabliert, die geringfügig angepasst in der 7. Bayerischen Impfwoche zwei Jahre später Verwendung fand und auch zukünftig verwendet werden kann (Abbildung B).

Die beiden Impfwochen wurden vom damaligen Gesundheitsminister bzw. der damaligen Gesundheitsministerin zusammen mit LAGI-Mitgliedern, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Kinder- und Jugendärzteschaft, der Haus-, Frauen- und Betriebsärzteschaft, der Apothekerkammer und des ÖGD, eröffnet. Begleitend startete eine bayernweite Informationskampagne mit Aktionen u.a. von Gesundheitsämtern, Ärzteschaft und Apotheken. Eine breite Pressearbeit unterstütze die Kampagnen, einschließlich Display- und Screenwerbung sowie Beiträgen in Sozialen Medien und lokalen/regionalen Zeitungen. Zusätzlich wurden Experteninterviews und Aufklärungsbeiträge zur HPV-Impfung veröffentlicht. Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus (StMUK) unterstützte 2022 die Impfwoche mit einem Schreiben an Schulen mit der Bitte zur Integration des HPV-Themas unabhängig vom Lehrplan in den Unterricht und informierte zu den Impfwochen jeweils in einem Eltern-Newsletter.

Die Informationsmaterialien der HPV-Impfwochen wurden weiterhin für die Aufklärung zur HPV-Impfung in Bayern genutzt, nach Bedarf aktualisiert und so beispielsweise jährlich von den Gesundheitsämtern an alle Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen ausgeteilt. Das StMGP stellt diese nach Absprache auch anderen interessierten Bundesländern für eigene Aktionen zur Verfügung.

Weitere Informationen und Details zu einzelnen Aktionen der Bayerischen Impfwochen sowie eine Übersicht zu weiteren regionalen Aufklärungsaktionen, z.B. aus Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hamburg, mit Links und Beschreibungen finden Sie in Kürze auf der NaLI-Website.

HPV-Impfaufklärung in Schulen

Die Zielgruppe der Kinder und Jugendlichen kann für die altersgerechte Aufklärung über Infektionen und Impfungen in Schulen gut erreicht werden. Die Schule als Lebenswelt bietet zudem nicht nur einen umfassenden Zugang zu bestimmten Altersgruppen, sondern es können dort Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status, Migrationshintergrund oder der persönlichen Einstellung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten angesprochen werden, die mit anderen Maßnahmen häufig nur schwer erreicht werden. In einer vertrauten schulischen Umgebung können Schülerinnen und Schüler möglicherweise offener Fragen stellen oder über persönliche Erfahrungen leichter sprechen.

HPV und die HPV-Impfung sind aktuell in der Regel nicht in den Lehrplänen der Bundesländer verankert. Eine generelle Impfaufklärung kann im Rahmen der Gesundheitslehre durchgeführt werden. Dabei erfolgt eine Thematisierung von HPV zum Teil auf Eigeninitiative der Schulen. Vorgefertigte Präsentationen und spezielle Informationsmaterialien verschiedener Institutionen können die Lehrerinnen und Lehrer dabei unterstützen (siehe untenstehend).

Zudem bieten auch verschiedene industrieunabhängige Organisationen sowie Initiativen von Gesundheitsbehörden und weiteren Akteuren Impfaufklärung in der Schule an – teilweise speziell auch zum Thema HPV. Die HPV-Aufklärung wird dabei idealerweise mit weiteren wichtigen Gesundheitsthemen im Jugendalter verknüpft. Gerade auch im Hinblick auf die Akzeptanz durch die Schulen ist dies sehr wichtig, da für entsprechende Projekte zum Teil wertvolle Unterrichtszeit zur Verfügung gestellt werden muss. Deshalb sollte ein deutlicher Mehrwert dieser Veranstaltungen zum Lehrplan gewährleistet sein.

Nachfolgend werden beispielhaft Projekte, Initiativen und externe Angebote für Impfaufklärung in Schulen aufgeführt. Bei den hier dargestellten Beispielen handelt es sich um reine Aufklärungsaktionen ohne ein zusätzliches Impfangebot. Beispiele für die Durchführung von HPV-Impfungen in Schulen finden Sie in Kürze im Schwerpunkt HPV unter Impmanagement.

Projekt „WISSEN SCHÜTZT!“

Das Projekt „WISSEN SCHÜTZT!“ ist durch das Zusammenwirken vieler Akteure entstanden – wie z.B. Ministerien und Landesämter einzelner Bundesländer. Das bereitgestellte Unterrichtsmaterial besteht aus fünf Modulen, die grundlegendes Basiswissen zum menschlichen Immunsystem, Infektionskrankheiten und ihre Übertragung sowie zum Aufbau und Erhalt des Impfschutzes vermitteln. Einen thematischen Schwerpunkt bilden die Module entsprechend für den Biologie- und Naturwissenschaftsunterricht. Neben den Unterrichtsmaterialien und den dazugehörigen Anwendungshinweisen bietet www.wissenschuetzt.de Hilfestellungen für Lehrkräfte, wie z.B. Erklärvideos passend zu den Modulen, die die Unterrichtsinhalte leicht verständlich zusammenfassen.

Herausgeber von „WISSEN SCHÜTZT!“ ist die YAEZ GmbH, eine auf Kinder- und Jugendkommunikation spezialisierte Agentur. Die in Zusammenwirkung vieler Akteure erarbeiteten, fachlich fundierten Unterrichtsmaterialien sind für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I konzipiert und können in allen Schularten (auch berufsbildende Schulen) eingesetzt werden. Die Lehrmaterialien wurden in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen in teils mehreren Auflagen eingeführt und Lehrkräften zur Verfügung gestellt. Aktuell können sie nur noch in Baden-Württemberg und seit 2024 in Hessen von den dortigen Schulen über www.wissenschuetzt.de bestellt werden; in den anderen oben genannten Bundesländern ist das Material mit Ausnahme von Restbeständen vergriffen bzw. wird aktuell nicht angeboten.

HPV-Impfaufklärung an Schulen durch die ÄGGF

Die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung e.V. (ÄGGF) ist ein gemeinnütziger Verein aus etwa 120 Ärztinnen und Ärzten, die ärztliche Gesundheitsbildung vor allem im schulischen Setting durchführen (www.aeggf.de). Unterstützt wird die ÄGGF durch zahlreiche Akteure des Gesundheitssystems. Sie führte seit Einführung der STIKO-Impfempfehlung gegen HPV Projekte unter anderem mit dem BIÖG (ehemals BZgA), mit Förderung des BMG sowie dem bayerischen StMGP, der Deutschen Krebshilfe, mehreren Landeskrebsgesellschaften und Krankenkassen zur Verbesserung der Awareness und Steigerung der Impfmotivation in Bezug auf die HPV-Impfung durch. Zusätzlich ist sie Projektpartnerin des BMG-geförderten Projekts InveSt HPV unter Federführung des RKI und führt im Rahmen des Moduls 2 des Projekts die Schulungen der niedergelassenen Pädiaterinnen und Pädiater sowie deren MFA in Bremen und Bayern durch (siehe Projekt-Website InveSt HPV).

Im Rahmen ihres Konzepts bietet die ÄGGF Schuldoppelstunden („Ärztliche Informationsstunden“) zur sexuellen und reproduktiven Gesundheit an, in die das Thema der HPV-Impfung in einen größeren Zusammenhang eingebettet wird. Im Rahmen eines semistandardisierten Ansatzes werden den Schülerinnen und Schülern im Dialog subjektiv wichtige Fragen aus ihrer Lebenswelt rund um das Thema sexuelle und reproduktive Gesundheit altersentsprechend beantwortet und mit medizinisch objektiv relevanten evidenzbasierten Informationen verknüpft. Dieses bereits mehrfach unabhängig evaluierte Vorgehen führt nachweislich zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Impfstatus und zur Verbesserung von Handlungskompetenz, Selbstwirksamkeit und Impfmotivation.

Die ÄGGF bietet ihre wissenschaftlich basierten Informationsveranstaltungen für die Klassenstufen 4 bis 13 aller Schulformen (Schwerpunkt Schulen in sozialen Brennpunkten) an. Dies entspricht den 9- bis ca. 20-Jährigen und deckt damit alle Altersgruppen ab, für die die HPV-Impfung empfohlen ist. Begleitend gibt es spezielle Infoveranstaltungen für Eltern und Fortbildungen für Lehrkräfte. In den Jahren 2017-2024 führte die ÄGGF über 32.000 Veranstaltungen zum Thema HPV im Schulsetting durch und erreichte damit allein in den letzten 8 Jahren über 450.000 Schülerinnen und Schüler. Die direkte Befragung der Zielgruppe zu ihrem Wissenstand (vor und nach den Veranstaltungen), aber auch die Einschätzung von Lehrkräften und von den Ärztinnen und Ärzten der ÄGGF, zeigte einen deutlichen Wissenszuwachs hinsichtlich HPV und HPV-Impfung bei den Schülerinnen und Schülern durch die Aufklärungsveranstaltungen (Högemann et al., Epid Bull 2022;36:11-22). Zusätzlich entwickelte die ÄGGF neben Didaktikmaterialien für den Unterricht Infoflyer für Heranwachsende und Eltern, YouTube-Filme in mehreren Sprachen sowie Internetseiten mit FAQs für Eltern und Infos für Heranwachsende unter www.doctorial.de.

Projekt „Kurz geimpft, lang geschützt – Hol dir die HPV-Impfung!“ der Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V.

Mit dem Projekt „Kurz geimpft, lang geschützt – Hol dir die HPV-Impfung!“ hat die Krebsgesellschaft Nordrhein-Westfalen e.V. eine Gesundheitsbildungsmaßnahme konzipiert, in dessen Fokus die HPV‑Impfaufklärung steht. Ziel des NRW-weiten Projektes ist es, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern und Lehrende zielgruppenorientiert über HPV und die HPV-Impfung zu informieren und so die Impfmotivation zu steigern.

Mittels in die Schulzeit eingebetteten Informationsveranstaltungen wird durch die ÄGGF e.V. zunächst valides Wissen vermittelt, welches von den Schülerinnen und Schülern im Anschluss digital und spielerisch erprobt, geübt und vertieft werden kann. Erziehungsberechtigte, die im Bildungskontext als schwer zu erreichende Zielgruppe gelten, werden niederschwellig mit entsprechenden Impfaufklärungsbotschaften über die gängigen Social-Media-Kanäle der Krebsgesellschaft NRW sowie über Eltern-Influencer als Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren angesprochen. Motivationsvideos, in denen an Krebs Erkrankte von ihrer persönlichen Geschichte berichten, adressieren die Zielgruppe Eltern. So sollen Erziehungsberechtigte in ihren möglichen Ängsten wahrgenommen und Wissensdefizite sowie Fehlmeinungen zur HPV-Impfung abgebaut werden mit dem Ziel, langfristig die Impfmotivation zu steigern.

Neben der direkten Ansprache der Impfzielgruppe und ihrer Eltern durch die Informationsveranstaltungen und über Eltern-Influencer werden ebenfalls Ärztinnen und Ärzte als Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren der Impfbotschaft eingesetzt. Landesweit werden Hausärztinnen/Hausärzte, Gynäkologinnen/Gynäkologen sowie Kinderärztinnen/Kinderärzte angeschrieben, um Informationsmaterialen (Flyer und Poster) in den Praxen zu verbreiten. Ergänzend sollen die entsprechenden Berufsverbände der Fachärztinnen und Fachärzte angesprochen werden, um auch von dieser Seite das Thema in der Ärzteschaft zu platzieren.

Das Projekt der Krebsgesellschaft NRW wird in der Projektlaufzeit 2024-2025 vom Landeszentrum Gesundheit NRW finanziell gefördert.

Studentische Initiative „Impf Dich“

Auch die studentische Initiative „Impf Dich“ (Impfaufklärung in Deutschland e.V.; www.impf-dich.org) bietet kostenfrei wissenschaftsbasierte Impfaufklärung in Schulen an. In 12 Lokalgruppen über ganz Deutschland verteilt engagieren sich dabei ehrenamtlich vorwiegend Medizinstudierende, junge Ärztinnen und Ärzte und Studierende fachnaher Disziplinen. Im Schulprojekt von „Impf Dich“ soll Jugendlichen Wissen rund um Infektionskrankheiten, Immunologie und Impfungen vermittelt werden. Die Veranstaltungen mit einem anschließenden freiwilligen Impfpass-Check werden in der Regel ab der 7. Klasse in Schulen angeboten und sprechen daher ca. 12- bis 18-Jährige an. Dadurch können Jugendliche, die bislang noch nicht gegen HPV geimpft wurden, möglicherweise noch über den Nutzen der Impfung informiert werden, solange sie von den Krankenkassen regelhaft erstattet wird.

Gesundheitsamt Landkreis Hildesheim

Die Fachkräfte des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes des Gesundheitsamtes (Landkreis Hildesheim) besuchen jährlich alle Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen der allgemeinbildenden Schulen in Stadt und Landkreis Hildesheim nach den Sommerferien. 2024 wurden in 38 Schulen insgesamt 2.561 Schülerinnen und Schüler so zum Thema „Impfungen“ beraten und für 1.624 Kinder der vorgelegte Impfpass durchgesehen (Vorlagerate 63.4%).

In jeder Klasse wird durch die Ärztinnen/Ärzte und Kinderärztinnen/-ärzte des Kinder- und Jugendgesundheitsdienst (KJGD) eine Informations- bzw. Unterrichtsstunde zum Thema Impfungen gehalten, wobei die Art und Weise der Information nach Möglichkeit die sehr unterschiedlichen Voraussetzungen der Kinder in den verschiedenen Schulen berücksichtigt. In diesem Zusammenhang wird selbstverständlich auch, gerade auch aufgrund des aktuellen Altersbezugs, über die HPV-Impfung gesprochen. Die Kinder werden mit entsprechendem Informationsmaterial versorgt und haben hier eine gute Möglichkeit, nachzufragen.

Parallel zu dieser Unterrichtsstunde werden die mitgebrachten Impfdokumente von den Mitarbeitenden des KJGD durchgesehen. Dabei wird eine anonymisierte Statistik angelegt (lediglich gruppenbezogen, nicht bezogen auf die individuelle Situation). Eine differenzierte Auswertung nach Schultypen ist möglich. Außerdem wird für jedes Kind das jeweilige Impfdokument mit einem individuellen Merkzettel versehen. Hier wird auf aktuell ausstehende Impfungen und ggf. weitere, im Verlauf wichtige Impfungen verwiesen.

HPV-Schulprojekt „Schüler informieren Schüler“ in Mecklenburg-Vorpommern

Im Zuge der Entwicklung des gemeinsamen NaLI-Konzepts wurde in Mecklenburg-Vorpommern, das bis zur Nationalen Impfkonferenz 2024 als deren Gastgeber für zwei Jahre den NaLI-Vorsitz innehatte, das HPV-Pilotprojekt „Schüler informieren Schüler“ ins Leben gerufen. Federführend bei der Konzeption des Projekts war das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) in Kooperation mit dem Sozial- und dem Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern, der Universitätsmedizin Rostock und der Krebsstiftung „Betroffen“.

Im Rahmen des Projekts wurden im Schuljahr 2023/24 Kinder der 5. Klassen sowie deren Eltern gezielt zum Thema HPV aufgeklärt. Neben der Wissensvermittlung unter den Aspekten Immunsystem, Krebsprävention und Gesundheitsvorsorge (Impfung) stand auch die Sensibilisierung und der Abbau von eventuellen Vorurteilen im Fokus.

Nach Informations- und Diskussionsrunden mit den Schulämtern, dem Landeselternrat, den Lehrerinnen und Lehrern sowie den Eltern wurde zu Beginn der Projekttage ein altersgerechter Einführungsvortrag durch Medizinstudierende in den Klassen gehalten. Im Anschluss wurden kleine interaktive Diskussionsrunden für die Schülerinnen und Schüler angeboten. Dabei kamen auch Informationsmaterialien, die für dieses Projekt vom Sozialministerium zusammen mit dem LAGuS neu herausgegeben wurden, zum Einsatz. Anschließend erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler selbst Projektideen. Dabei ging es darum, wie sich Kinder untereinander und aus ihrer eigenen Perspektive über die obengenannten Themenkomplexe informieren. Die Projektarbeiten wurden bis Ende Februar beim LAGuS eingereicht und durch eine Fachjury prämiert. Die besten und kreativsten Ideen wurden auf der 9. Nationalen Impfkonferenz im Juni 2024 in Rostock-Warnemünde vorgestellt.

Europaweite Initiativen und Aufklärungskampagnen

EU-Initiative PartnERship to Contrast HPV (PERCH)

Um die eigene Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern, kann Deutschland auch von den Erfahrungen anderer Länder profitieren und daraus lernen. In Arbeitspaket 6 des EU Joint Action Projekts PERCH („Partnership to contrastHPV“; www.projectperch.eu) soll das Wissen und das Bewusstsein über HPV-bedingte Erkrankungen und deren Prävention bei Eltern und heranwachsenden Mädchen und Jungen erhöht werden. Dazu sollen u.a. Lösungen zur Verbesserung des Zugangs zu und der Nutzung von zuverlässigen Informationen über die HPV-Impfung erarbeitet werden, um das Vertrauen in der Bevölkerung zu stärken.

Dänische Informationskampagne „Stop HPV – get vaccinated“

Im Zuge dieses länderübergreifenden Wissens- und Erfahrungsaustausches wurde im Oktober 2023 die dänischeInformationskampagne „Stop HPV – get vaccinated vorgestellt. Diese wurde 2017 als Reaktion auf einen Einbruch der HPV-Impfquoten (bei 12-17-Jährigen Mädchen: von 80% im Jahr 2013 auf 37% im Jahr 2015; Bigaard & Franceschi, Mol Oncol. 2021) in Folge negativer Medienberichterstattung initiiert. Die Medienkampagne wurde in Zusammenarbeit zwischen der dänischen Gesundheitsbehörde, der dänischen Krebsgesellschaft und der dänischen Ärztekammer entwickelt und vermittelte gesundheitsrelevante Informationen zum Thema HPV über unterschiedliche digitale Kanäle. Ein breites Netzwerk aus Behörden, Berufsverbänden sowie Patientinnen- und Patientenverbänden unterstützte die Initiative. Mit Beginn der Informationskampagne stiegen die HPV-Impfquoten in Dänemark wieder an. Nach Abschluss der Kampagne erholte sich die Inanspruchnahme der HPV-Impfung schließlich wieder auf das Ausgangsniveau vor der negativen Berichterstattung. Einen wichtigen Beitrag hatten dabei auch Nachholimpfungen.(Hansen et al., Vaccine 2020). Weitere Informationen zur dänischen Informationskampagne folgen in Kürze auf der NaLI-Website oder im »digiMed‑HPV«‑Abschlussbericht.

Kommunikationsstrategien der WHO

Für die Planung von Impfaufklärungsaktionen bietet auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO)hilfreiche Empfehlungen und Hinweise zu Kommunikationsstrategien an. Die Handreichung „Vaccination and trust ist auf dem Internetauftritt der WHO als Download verfügbar.

Letzte Aktualisierung: 28.11.2025