Impfempfehlungen

Corona-Pandemie: Wichtiger Schutz vor zusätzlichen Infektionen durch Impfschutz gemäß STIKO-Empfehlungen

Aktuell steht noch kein zugelassener Impfstoff gegen das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) und der dadurch ausgelösten Erkrankung COVID-19 in Deutschland zur Verfügung. Derzeit befindet sich weltweit bereits eine Vielzahl von Impfstoffkandidaten in der Entwicklung. Diese müssen jedoch noch mehrere langfristige Phasen der Testung über mehrere Monate durchlaufen. In der aktuellen Situation ist daher ein vollständiger Impfschutz für Risikopersonen entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) besonders wichtig.

Eine kontinuierlich aktualisierte Übersicht über den Stand der Impfstoffentwicklung gegen SARS-CoV-2 finden Sie hier.

Geplante Impfungen sollten auch während der Corona-Pandemie durchgeführt werden

Während der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie ist es wichtig, dass die Bevölkerung möglichst gesund bleibt – auch um das Gesundheitssystem zu entlasten. Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen Empfehlungen der STIKO ist hier ein wesentlicher Bestandteil der Vorsorge. Durch Impfungen ist man vor Infektionen geschützt, die auch in der Pandemiezeit zusätzlich gefährden oder schädigen können.

Im Zuge der SARS-CoV-2-Pandemie kam es wahrscheinlich bislang zu einer schlechteren Inanspruchnahme von Standard-Impfungen (siehe z.B. Ergebnisse des COVID-19 Snapshot Monitoring, COSMO). Um Bedenken und Unsicherheiten zu begegnen, veröffentlichte die STIKO Hinweise zur Durchführung von Impfungen während der Pandemie (Epidemiologisches Bulletin 18/2020).

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass die Auseinandersetzung des Immunsystems mit SARS-CoV-2 durch eine in zeitlicher Nähe verabreichte Impfung negativ beeinflusst wird. Daher weist die STIKO darauf hin, dass empfohlene Impfungen, die fällig sind, durchgeführt werden können. Insbesondere sollten geplante Impfungen im Säuglingsalter und bei Risikogruppen für schwere COVID-19-Verläufe nicht verschoben werden.

Bei Säuglingen stehen die Grundimmunisierungen mit dem 6-fach-Impfstoff (Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hepatitis B, Kinderlähmung und Hib) sowie die Pneumokokken- und die erste MMR(V)-Impfung (Mumps, Masern, Röteln, Windpocken) an erster Stelle. Weitere Informationen zu Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern gibt es u.a. auf dem Internetauftritt der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin.

Da gerade ältere Personen über 60 Jahren und Personen mit schweren Vorerkrankungen zu den Risikogruppen für schwere COVID-19-Erkrankungsverläufe gehören, ist der für diese Personengruppe empfohlene Impfschutz gemäß STIKO im Fokus. Dieser schützt zwar nicht vor COVID-19 selbst, aber minimiert die Gefahr von Doppelinfektionen.

Dazu zählen u.a. folgende Impfempfehlungen für Senioren und Risikopersonen:

Pneumokokken-Impfung (eingeschränkte Lieferbarkeit von Pneumovax® 23)

Die Impfung gegen Pneumokokken schützt vor durch Pneumokokken ausgelösten Lungenentzündungen, die das Immunsystem und die Lunge belasten und schwächen und so auch weitere Infektionen, wie beispielsweise mit dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2), begünstigen.

Zudem kann eine Pneumokokken-Erkrankung eine Versorgung der Patienten in einem Krankenhaus oder auf einer Intensivstation erforderlich machen. Im Hinblick auf die Versorgung von COVID-19-Patienten, die möglicherweise eine Beatmung benötigen, gilt es, die zusätzliche Belastung des Gesundheitssystems durch weitere respiratorische Erkrankungen zu reduzieren.

Derzeit ist leider der Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax® 23 bis auf Weiteres nur eingeschränkt lieferbar. Grund hierfür ist die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Pneumokokken-Impfstoffen im Zusammenhang mit COVID-19. Daher empfiehlt die STIKO zum aktuellen Zeitpunkt die Anwendung von Pneumovax® 23 bevorzugt für Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten, für Senioren ab dem Alter von 70 Jahren sowie für Personen mit chronischen Erkrankungen des Herzens oder der Atmungsorgane (z.B. Asthma oder COPD).

Nähere Informationen zu den aktuellen Pneumokokken-Impfempfehlungen:

Grippe-Impfung

Die Impfung gegen Grippe (Influenza) schützt vor schwer verlaufenden Grippe-Infektionen wie z.B. einer Lungenentzündung, welche eine Versorgung der Patienten in einem Krankenhaus oder auf einer Intensivstation erforderlich machen. Die jährliche Impfung ist die wichtigste Präventionsmaßnahme gegen Influenza überhaupt und kann somit auch das Risiko für eine möglicherweise besonders schwer verlaufende Doppelinfektion mit SARS-CoV-2 reduzieren und die Wahrscheinlichkeit einer stationären Intensivbehandlung senken.

Zu beachten ist, dass eine Immunität gegen die Grippe erst etwa 14 Tage nach der Impfung eintritt. Eine möglichst frühe Impfung, ab etwa Oktober/November, wird empfohlen, ist aber auch noch zu Beginn und während der Grippewelle sinnvoll.

Weitere Informationen zur Influenza-Impfung finden Sie hier.

 

Auch andere von der STIKO empfohlene Impfungen, die fällig sind – wie z.B. die Tdap-Auffrischimpfung (Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten) oder die Herpes-zoster-Impfung, sollten wie geplant durchgeführt werden.


Hinweis zum Überblick über STIKO-Empfehlungen und aktuelle COVID-19 Situation:

Eine gute und stets aktuelle Übersicht über die Impfempfehlungen der STIKO sind auf der neuen App der STIKO verfügbar, welche zudem auch tagesaktuell über die COVID-19 Situation informiert: https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/App/STIKO-App_node.html
 

Weitere aktuelle Informationen über COVID-19-Situation (Auswahl):

 

* Hinweis: die NaLI ist ein industrieunabhängiges Gremium; die Verlinkung zur vfa dient lediglich der Übersicht über den aktuellen Stand und stellt keinerlei Werbung für darin aufgeführte Unternehmen dar.

Letzte Aktualisierung: 14.08.2020

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