Impfempfehlungen

Impfung gegen COVID-19

Mittlerweile sind in der EU drei Impfstoffe gegen das SARS-CoV-2-Virus zugelassen (Stand Januar 2021). Die ersten beiden Impfstoffe, die bereits seit Ende Dezember 2020 bzw. Anfang Januar 2021 in Deutschland verwendet werden, gehören zur Gruppe der genbasierten mRNA-Impfstoffe (Comirnaty von BioNTech/Pfizer und der COVID-19-Impfstoff von Moderna). Am 29.01.2021 wurde mit dem COVID-19-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca erstmals auch ein Impfstoff auf Basis eines viralen Vektors zugelassen. Weltweit werden zudem noch mehrere weitere Impfstoff-Kandidaten in Phase 3-Studien erprobt, um ausreichende Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten zu erhalten, die Voraussetzung für eine Zulassung in Deutschland und der EU sind (EMA: Stand Zulassungsverfahren COVID-19-Impfstoffe). Weitere Informationen zu den Strategien der SARS-CoV-2-Impfstoffentwicklung finden Sie hier.

Eine Impfempfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) wurde nach der Zulassung des 1. Impfstoffes erstmals am 17.12.2020 veröffentlicht und am 29.01.2021 bereits zum zweiten Mal aktualisiert (Epidemiologisches Bulletin 5/2021). Zukünftig wird die STIKO auch weiterhin ihre Empfehlung immer wieder den neusten wissenschaftlichen Ergänzungen und weiteren Impfstoff- Zulassungen anpassen.

Seit Ende Dezember 2020 kann in Deutschland gegen COVID-19 geimpft werden. Tabellen und Abbildungen zu durchgeführten COVID-19-Impfungen und Impfquoten werden durch das Robert Koch-Institut (RKI) zur Verfügung gestellt und werktäglich aktualisiert (Digitales Impfquotenmonitoring zur COVID-19-Impfung).

 

Für wen ist die Impfung geeignet?

Die derzeitigen Impfstoffe sind für Personen ab 16 (BioNTech) bzw. 18 Jahren (Moderna) zugelassen. Die STIKO empfiehlt den Impfstoff von AstraZeneca aktuell aufgrund der derzeit verfügbaren Daten nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren. Eine Zulassung für Kinder wäre zu einem späteren Zeitpunkt prinzipiell möglich, wenn genügend Daten dazu vorliegen. Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder seine sonstigen Bestandteile sollte nicht geimpft werden. Im Zweifelsfall sollte man sich vor der Impfung von seinem Arzt beraten lassen, bzw. den Impfarzt im Vorgespräch darauf hinweisen. Genauere Informationen zu Impfung, Kontraindikationen und Sicherheit finden sich u.a. auf den fortwährend aktualisierten Seiten des RKI (FAQ zur COVID-19-Impfung: Wirksamkeit und Sicherheit).

Personen, die in der Vergangenheit bereits nachgewiesen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert gewesen sind, müssen zunächst nicht geimpft werden. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass sich die Impfung als nachteilig erweist, wenn man in der Vergangenheit bereits –  vielleicht unerkannt – eine Infektion durchgemacht hat. Es besteht daher keine medizinische Notwendigkeit, dies vor der Impfung testen zu lassen.

Wer an einer akuten Krankheit mit Fieber (ab 38,5 °C) leidet, sollte die Impfung auf einen Zeitpunkt nach der Genesung verschieben. Zu anderen Impfungen wird ein Abstand von mindestens 14 Tagen geraten.

Wie läuft die Impfung ab?

Die Impfung wird in die Oberarmmuskulatur verabreicht. Um einen vollständigen Impfschutz zu erhalten, muss zweimal geimpft werden. Die 2. Impfung sollte nach mindestens 3 (Comirnaty von BioNTech) bzw. 4 Wochen (Moderna) und höchstens 6 Wochen erfolgen. Bei AstraZeneca sollte die 2. Dosis in einem Abstand von 9 bis höchstens 12 Wochen verimpft werden. Klinische Studien zeigen, dass – je nach Impfstoff – 1 bis 2 Wochen nach der 2. Impfung der vollständige Impfschutz erreicht ist. Wichtig ist, dass bei beiden Impfungen jeweils der Impfstoff des gleichen Herstellers verwendet wird.

Da es derzeit noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt ist, ob durch die Impfung auch eine Übertragung des Virus auf andere Personen verhindert wird, ist es auch weiterhin notwendig, die empfohlenen Maßnahmen zum Infektionsschutz beizubehalten (AHA-Regeln).

Welche Impfreaktionen oder -komplikationen sind möglich?

Als Zeichen einer Reaktion des Immunsystems kann es zu einer Rötung, Schwellung und zu Schmerzen an der Einstichstelle kommen. Zudem kann ein vorübergehendes Krankheitsgefühl mit beispielsweise Abgeschlagenheit, Fieber, Kopfschmerzen oder Gelenkschmerzen auftreten. Diese Reaktionen treten meist innerhalb von 2 Tagen nach der Impfung auf und klingen in der Regel nach spätestens 3 Tagen wieder ab.
Bei Auftreten von Schmerzen oder Fieber können schmerzlindernde/fiebersenkende Medikamente eingenommen werden. Im Zweifelsfall sollte eine Beratung durch den Arzt/ die Ärztin erfolgen.

Schwere Komplikationen in Zusammenhang mit der Impfung sind selten. Unter anderem wurde von allergischen Reaktionen bei wenigen Geimpften berichtet; betroffen davon waren vorwiegend Personen mit schweren Allergien in der Vorgeschichte. (Siehe dazu auch die Informationen des PEI zu "Wie hoch ist das Risiko allergischer Reaktionen nach Impfung mit den zugelassenen Impfstoffen?".) Weiterführende Informationen zu Impfreaktionen und Nebenwirkungen finden sich u. a. auf den Seiten des RKI zur COVID-19-Impfung (FAQ zur COVID-19-Impfung: Wirksamkeit und Sicherheit) oder der Aktion „Zusammen gegen Corona“ des BMG.

Wenn nach einer Impfung Symptome auftreten, welche die oben genannten schnell vorübergehenden Lokal- und Allgemeinreaktionen überschreiten, empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Hausarzt oder der Hausärztin. Schwere Beeinträchtigungen erfordern eine ärztliche Behandlung.

Es besteht die Möglichkeit, Nebenwirkungen auch selbst zu melden: Online-Meldung bei Verdacht auf Nebenwirkung von Arzneimitteln und Impfstoffen.
Um weitere Erkenntnisse zur Verträglichkeit von COVID-19-Impfstoffen zu gewinnen, hat das Paul-Ehrlich-Institut speziell für die COVID-19-Impfung die Smartphone-App SafeVac 2.0 entwickelt, mit der Geimpfte digital Auskunft darüber geben können, wie sie die Impfung vertragen haben. Nutzer und Nutzerinnen können so aktiv zur Beobachtungsstudie beizutragen. (Weitere Informationen zu SafeVac 2.0 finden Sie hier.)

Eine Übersicht des PEI zu den wöchentlich gemeldeten Verdachtsmeldungen auf Nebenwirkungen finden Sie hier

Der Weg zur Impfung

Die Impfung gegen SARS-CoV-2 ist in Deutschland freiwillig und kostenlos. Aufgrund der derzeit nur begrenzt vorhandenen Impfstoffmengen ist es jedoch leider noch nicht möglich, jeder Person in Deutschland schon jetzt eine Impfung gegen das neuartige Coronavirus anzubieten. Daher sollen zunächst vorrangig Personen geimpft werden, die entweder ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf von COVID-19 aufweisen (also z. B. ältere Personen), die aufgrund ihres Berufes ein besonders hohes Ansteckungsrisiko oder beruflich Kontakt zu besonders durch COVID-19 gefährdeten Personen haben. Dieses Vorgehen wird in der im Dezember 2020 erstmals veröffentlichten STIKO-Impfempfehlung abgebildet. Berücksichtigt werden dabei die gemeinsam mit dem Deutschen Ethikrat und der Leopoldina am 9.11.2020 in einem Positionspapier veröffentlichten Kriterien zur Priorisierung ("Wie soll der Zugang zu einem COVID-19-Impfstoff geregelt werden?"). Aufgrund der Empfehlung der STIKO soll der AstraZeneca-Impfstoff im Gegensatz zu den mRNA-Impfstoffen in den jeweiligen Priorisierungsstufen nur Personen von 18 bis 64 Jahren angeboten werden.

Bei zunehmender, aber weiterhin begrenzter Impfstoffverfügbarkeit sollen weitere von der STIKO definierte Personengruppen mit besonderen Risiken vorrangig geimpft werden. (Da bei der Priorisierung innerhalb der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO nicht alle Krankheitsbilder oder Impfindikationen berücksichtigt werden können, wird dort auf die Möglichkeit der Einzelfallentscheidungen hingewiesen.)
Eine Priorisierung ist nur so lange notwendig, bis genügend Impfstoff verfügbar ist. Das Ziel ist es, allen Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu einer Impfung gegen COVID-19 anbieten zu können.

Da beide derzeit verfügbaren Impfstoffe komplexe Anforderungen an Transport und Lagerung stellen sowie aufgrund der anfangs sehr begrenzten Impfstoffverfügbarkeit, wird die COVID-19-Impfung aktuell nicht auf üblichem Wege in (Haus)Arztpraxen angeboten, sondern nur in speziell dafür ausgestatteten Impfzentren bzw. durch mobile Einsatzteams verabreicht. Medizinisches Personal kann z. T. auch in Krankenhäusern geimpft werden. Die Verfahren zur Anmeldung zur Impfung und die Organisation der Impfzentren werden in den Bundeländern unterschiedlich gehandhabt. Genauere Details zur Anmeldung und zu den Standorten der Impfzentren finden Sie (neben weiteren Informationen) bei den entsprechenden Links unter Ihrem Bundesland.

Informationen der Bundesländer zur COVID-19-Impfung - eine Übersicht

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin

Brandenburg

Bremen

Hamburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Saarland

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen


Hinweise zum Überblick über STIKO-Empfehlungen und die aktuelle COVID-19 Situation:

Eine gute und stets aktuelle Übersicht über die STIKO-Impfempfehlungen sind auf der App der STIKO verfügbar, welche zudem auch tagesaktuell über die COVID-19 Situation informiert, oder im Internet auf den Seiten des RKI (aktuelle STIKO-Impfempfehlungen).

Weitere aktuelle Informationen über COVID-19-Situation (Auswahl):

Letzte Aktualisierung: 19.02.2021

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