Impfempfehlungen

Schutz vor zusätzlichen Infektionen durch Impfungen gemäß STIKO

Geplante Impfungen sollten auch während der Corona-Pandemie durchgeführt werden

Während der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie ist es wichtig, dass die Bevölkerung möglichst gesund bleibt – auch um das Gesundheitssystem zu entlasten. Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen Empfehlungen der STIKO ist hier ein wesentlicher Bestandteil der Vorsorge. Durch Impfungen ist man vor Infektionen geschützt, die auch in der Pandemiezeit zusätzlich gefährden oder schädigen können.

Im Zuge der SARS-CoV-2-Pandemie könnte es zu einer schlechteren Inanspruchnahme von Standard-Impfungen gekommen sein. Um Bedenken und Unsicherheiten zu begegnen, veröffentlichte die STIKO Hinweise zur Durchführung von Impfungen während der Pandemie im Epidemiologischen Bulletin 18/2020 und in den RKI FAQ COVID-19 und Impfen, Frage "Sollten andere Impfungen während der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie durchgeführt werden".

Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass die Auseinandersetzung des Immunsystems mit SARS-CoV-2 durch eine in zeitlicher Nähe verabreichte Impfung negativ beeinflusst wird. Daher weist die STIKO darauf hin, dass empfohlene Impfungen, die fällig sind, durchgeführt werden können. Insbesondere sollten geplante Impfungen im Säuglingsalter und bei Risikogruppen für schwere COVID-19-Verläufe pünktlich wahrgenommen werden.

Die COVID-19-Impfung kann gleichzeitig mit anderen Totimpfstoffen (z.B. Influenza-Impfung), aber möglichst an unterschiedlichen Gließmaßen, verabreicht werden. 

Bei Säuglingen stehen die Grundimmunisierungen mit dem 6-fach-Impfstoff (Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hepatitis B, Kinderlähmung und Hib) sowie die Pneumokokken- und die erste MMR(V)-Impfung (Mumps, Masern, Röteln, Windpocken) an erster Stelle. Weitere Informationen zu Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen bei Kindern gibt es u.a. auf dem Internetauftritt der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin.

Da gerade ältere Personen über 60 Jahren und Personen mit schweren Vorerkrankungen zu den Risikogruppen für schwere COVID-19-Erkrankungsverläufe gehören, ist der für diese Personengruppen empfohlene Impfschutz gemäß STIKO im Fokus. Dieser schützt zwar nicht vor COVID-19 selbst, aber minimiert die Gefahr von Doppelinfektionen.

Dazu zählen u.a. folgende Impfempfehlungen für Senioren und Risikopersonen:

Pneumokokken-Impfung (ggf. eingeschränkte Lieferbarkeit von Pneumovax® 23)zuletzt aktualisiert am: 4.11.2021

Die Impfung gegen Pneumokokken schützt vor durch Pneumokokken ausgelösten Lungenentzündungen, die das Immunsystem und die Lunge belasten und schwächen und so auch weitere Infektionen, wie beispielsweise mit dem neuen Coronavirus (SARS-CoV-2), begünstigen.

Zudem kann eine Pneumokokken-Erkrankung eine Versorgung der Patienten in einem Krankenhaus oder auf einer Intensivstation erforderlich machen. Im Hinblick auf die Versorgung von COVID-19-Patienten, die möglicherweise eine Beatmung benötigen, gilt es, die zusätzliche Belastung des Gesundheitssystems durch weitere respiratorische Erkrankungen zu reduzieren.

Bei Lieferengpässen des Pneumokokken-Impfstoffs Pneumovax®23 empfiehlt die STIKO die Anwendung bevorzugt für Patienten mit Immundefizienz (zur Komplettierung der sequenziellen Impfung), Senioren über 70 Jahre und Patienten mit chronischen Erkrankungen des Herzens und der Atmungsorgane.

Weitere Informationen zu Lieferengpässen bei Impfstoffen finden Sie hier.

 

Grippe-Impfung

Die Impfung gegen Grippe (Influenza) schützt vor schwer verlaufenden Grippe-Infektionen wie z.B. einer Lungenentzündung, welche eine Versorgung der Patienten in einem Krankenhaus oder auf einer Intensivstation erforderlich machen.

Die jährliche Impfung ist die wichtigste Präventionsmaßnahme gegen Influenza überhaupt und kann somit auch das Risiko für eine möglicherweise besonders schwer verlaufende Doppelinfektion mit SARS-CoV-2 reduzieren und die Wahrscheinlichkeit einer stationären Intensivbehandlung senken.

Zu beachten ist, dass eine Immunität gegen die Grippe erst etwa 14 Tage nach der Impfung eintritt. Eine möglichst frühe Impfung, ab etwa Oktober/November, wird empfohlen, ist aber auch noch zu Beginn und während der Grippewelle sinnvoll.

 

Auch andere von der STIKO empfohlene Impfungen, die fällig sind – wie z.B. die Tdap-Auffrischimpfung (Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten) oder die Herpes-zoster-Impfung, können durchgeführt werden.

Überblick über STIKO-Empfehlungen und COVID-19 Situation

Letzte Aktualisierung: 04.11.2021

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